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Grüne gegen Baugebiet Knusthöhe in Remscheid-Lennep

Abstimmung in der Bezirksvertretung Lennep : Grüne gegen Baugebiet Knusthöhe

Immer wieder war die aktuell überwiegend landschaftlich genutzte Fläche an der Knusthöhe in Lennep als Baugebiet in den letzten Jahren im Gespräch – entweder als Wohngebiet oder als Gewerbegebiet.

Anfang der 2000er-Jahre gab es sogar eine Bürgerwerkstatt zu dem Gebiet südlich der Ringstraße/östlich der Heinrich-Hertz-Straße. Doch beschlossen wurde nichts.

Nun kommt aber Bewegung in die Angelegenheit. In der Sitzung der Bezirksvertretung (BV) Lennep wurde der Aufstellungsbeschluss sowie die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit zum „Bebauungsplan 680 – Gebiet Schützenfeld“ mit einer Enthaltung auf den Weg gebracht. Vorgesehen eine Wohnbebauung. Anders, als in alten Plänen, ist jedoch nicht die gesamte Fläche vorgesehen, da nur ein Teil der Stadt gehört. Der untere Teil zur Albert-Schmidt-Allee ist demnach nicht eingeplant. Für ein Grundstück stehe die Stadt in Kaufverhandlungen, ergänzte Christina Kutschaty, Leiterin der Abteilung Stadtentwicklung, Verkehrs- und Bauleitplanung. Es sei eins der letzten Wohnbaugebiete und der Bedarf sei enorm.

Christina Kutschaty Foto: Moll, Jürgen (jumo)

Ob Ein- oder Mehrfamilienhäuser entstehen sollen und vor allem wie viele, ist noch offen. Die Zahl von über 200 Wohneinheiten steht im Raum. Das könne sich Bezirksbürgermeister Markus Kötter (CDU) nicht vorstellen. Das werde auch eher nicht zum Tragen kommen, entkräftete Kutschaty, da es sich um Bebauung im Eigentümersegment handeln soll. Ergebnisoffen ist bisher auch die Erschließung. „Wenn wir ein auf breiten Schultern getragenes Bauprojekt wollen, muss die Erschließung über die Ringstraße erfolgen. Sonst gibt es nur Ärger und Probleme, die das auf Jahre hinaus verzögern“, betonte Kötter.

Jetzt schon deutlich gegen das Baugebiet positioniert haben sich die Grünen. David Schichel, stellvertretender Fraktionssprecher der Grünen, durfte während einer Unterbrechung der Sitzung für das krankheitsbedingt entschuldigte Grünen-BV-Mitglied Rolf Haumann sprechen: „Wir lehnen das Baugebiet ab.“ Das Planungsgebiet liegt im Einzugsgebiet der Herbringhauser Talsperre und unterliegt der Wasserschutzverordnung. Eine vorhandene Rechtslücke sollte nicht ausgenutzt werden, betonte er. Denn wie Kutschaty berichtete, sei die aktuelle Verordnung ausgelaufen, eine neue noch nicht veröffentlicht. Dennoch wolle man die alte vorerst als Grundlage für die Planungen nehmen, stellte sie klar.

„Wir glauben, dass man auch im Bestand Lösungen finden kann“, merkte Schichel zur Problematik des knappen Wohnraumangebotes an. Das ehemalige Lenneper Krankenhausgelände sei ein gutes Beispiel dafür, der planerische Aufwand vergleichbar. Konkrete Vorschläge für Flächen sollen von der Partei noch folgen.

Einen weiteren Grund gegen das Baugebiet führte Klaus Kreutzer als Vorsitzender des Einzelhandelsverbandes an. Er befürchtet, dass die Ringstraße das erhöhte Verkehrsaufkommen durch Designer Outlet Center-Besucher und neue Anwohner nicht tragen kann. „Das Verkehrskonzept für das DOC ist mehr als auf Kante genäht“, betonte er. Kämen nun noch zusätzlich über 200 Wohneinheiten dazu, führe das zu einem Kollaps, Anwohner und DOC-Besucher würden nur noch im Stau stehen. Das schade dann dem Einzelhandel in Lennep. „Wer Stoßstange an Stoßstange steht, der will nicht mehr shoppen gehen“, so Kreutzer.