Remscheid: Gitarrenfeuer reicht für zwei Abende

Remscheid: Gitarrenfeuer reicht für zwei Abende

Gipsy-Swing und Latino-Jazz - Kai Heumann und Joscho Stephan spielten virtuos im Gitarrenzentrum auf.

Gypsy-Swing trifft Latino-Rhythmen. So könnte man das Konzert am Sonntag beschreiben. Denn Kai Heumann und Joscho Stephan gehören zu den besten Gitarristen dieser Genres. Und: Ihr Gitarrenfeuer reicht locker für zwei Abende. Nachdem das Konzert der beiden für den Samstag angekündigt worden war, war die Nachfrage so groß, dass die Künstler sich spontan zu einem Zusatzkonzert am Sonntag entschieden. Beide Abende waren ausverkauft, trotz der kurzfristigen Ankündigung.

Verwunderlich ist dies nicht, da sich die beiden Männer längst einen Namen gemacht haben. Kai Heumann ist ein Vollblutmusiker, der für seine Gitarren lebt. Mit vier Jahren begann er zu spielen und entwickelte schnell seine Liebe zur lateinamerikanischen Musik. Mittlerweile ist er nicht nur Besitzer des Lenneper Gitarrenzentrums, wo auch die Konzerte stattfanden, seine Lieder sind international bekannt und treffen regelmäßig auf Begeisterung. Auch Joscho Stephan entdeckte mit sechs Jahren das Akustikinstrument für sich und beschäftigte sich früh mit den Techniken und besonders mit der Musik des Gypsy-Jazz. Er orientierte sich oft an der von Django Reinhardt geprägten Musik und erarbeitete sich später einen eigenen Stil.

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"Die Musik verbindet Virtuosität, Rhythmik und Melodie und wird dadurch besonders zugänglich", sagt Stephan. Dass beide Musiker für ihre Musik leben, war auch bei ihrem gemeinsamen Spiel deutlich spürbar. Sie waren mit Herzblut dabei und blühten beim Spielen regelrecht auf. Die Begeisterung der Musiker übertrug sich schon zu Beginn des Konzertes auf die Zuschauer, die konzentriert den Instrumentalisten lauschten. Das Programm war eine bunte Mischung, flotte Rhythmen wechselten mit gefühlvollem ruhigem Spiel voller Leichtigkeit. Neben weithin bekannten Liedern des Gypsy-Swing und der Latino-Musik spielten Stephan und Heumann viele Eigenkompositionen. Heumanns Stücke erzählten vom Süden, von Küsten und blauem Meer. Eine Musik, bei der mancher Zuhörer sich wohl an einen Strand mit Palmen versetzt fühlte und die Lebensfreude hören konnte. Dagegen waren einige von Stephans Werken so rasant, dass das Publikum teils ungläubig und bewundernd den Kopf schüttelte, zugleich fasziniert beobachtete, wie Joschos Finger über die Saiten flogen. Die abwechslungsreichen Musikstücke und die humorvolle Moderation der Künstler vereinten sich zu einem gelungenen Auftritt.

(suka)
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