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Gewerbegebiete in Remscheid: CDU will Überlegungen „auf Null“ stellen

Gewerbegebiete in Remscheid : CDU will Überlegungen „auf Null“ stellen

Gleisdreieck oder Blume: Die Ratsfraktion will zum Thema Gewerbegebiete in eine Klausur gehen.

Was Markus Kötter beim Bürgerdialog mit dem Oberbürgermeister im Feuerwehrhaus der Freiwilligen in Bergisch Born an Bürgermeinung vernahm, wird ihn nicht überrascht, gleichwohl bestärkt haben, dass seine Fraktion die Planungen für das Gewerbegebiet Gleisdreieck an der Stadtgrenze Remscheid, Wermelskirchen, Hückeswagen auf einer Klausurtagung überdenkt.

Unter Protest hatten die Christdemokraten am 6. Dezember die Ratssitzung verlassen, als eine Mehrheit dafür gestimmt hatte, den Flächennutzungsplan für die Gewerbeansiedlung in Bergisch Born zu verabschieden. Die Reaktion bekam Burkhard Mast-Weisz bei seinem Ortstermin zu spüren. 40 Borner hatten sich versammelt, um dem OB ihre Bedenken mitzuteilen.

Tenor: Bereits heute sei die Verkehrssituation eine Katastrophe, und mit dem zusätzlichen Aufkommen, das ein interkommunales Gewerbegebiet mit maximal 35 Hektar produziere, werde es unerträglich. So wie Landwirt Gerhard Felbick, dem ein Teil der benötigten Agrarfläche gehört, die er nun verkaufen soll, fühlen sich die Borner von der Stadtverwaltung verschaukelt.

Sie zogen mit einem Ratschlag in den Dialog: Warum wird nicht Blume ausgepackt? Der Standort in Lüttringhausen in unmittelbarer Nähe der Autobahnauffahrt Lennep und des Buscher Hofs gilt freilich seit 2004  politisch als verbrannt. Damals hatte die SPD Blume zum Wahlkampfthema erhoben. „Der B-Plan Blume wurde gerichtlich zerschossen“, erklärte Mast-Weisz im Feuerwehrhaus.

Nach 15 Jahren Stillstand bei der Entwicklung größerer Gewerbeflächen in dieser Stadt will die CDU-Ratsfraktion bei ihren Betrachtungen am 11./12. Januar alles „auf Null stellen“, wie Markus Kötter im Nachgang betonte. Der Lenneper Orts-Bürgermeister weiß um die Brisanz beider Standorte. „Fakt ist, dass die Problematik mit dem Landschafts- und Naturschutz für Anwohner auch in Blume nicht weniger belastend wäre als in Bergisch Born“, stellt Kötter fest. Unbestreitbar sei indes, dass die Verkehrssituation in dem einmal mit 14,3 Hektar veranschlagten Areal Blume angesichts der Autobahn um die Ecke einfacher zu lösen wäre. In beiden Fällen gilt: „Wir dürfen die Lebensqualität der Menschen nicht leichtfertig aufs Spiel setzen“, versichert Markus Kötter. Viel Spielraum bleibt der Stadt nicht. Potenzial versprechen in Remscheid nur die „Erdbeerfelder“ in Bergisch Born, das Gleisdreieck und die Blume.

Letzteres sei im Übrigen im Regionalplan als Reservefläche enthalten, mithin nicht völlig vom Tisch, bemerkt Kötter. Selbst wenn Burkhard Mast-Weisz beim Bürgerdialog betonte, dass er „derzeit keine Ratsfraktion kenne, die das Thema Blume aktivieren möchte“, so riet er den Bornern in ihrer Not, auf die Parteien zuzugehen und ihre Vorschläge für eine bessere Lösung als das Gleisdreieck zu unterbreiten.

Markus Kötter will die ohnehin schwierige Lage der Borner entlang der stark frequentierten B 51 in die Klausurtagung einfließen lassen, in dem Wissen, dass der Ortsteil mit einer weiteren Ansiedlung komplett „von Gewerbe umzingelt“ wäre. Dass Flächen gefragt sind, betonte OB Mast-Weisz beim Bürgerdialog. So habe er unlängst eine Anfrage von einem Unternehmen erhalten, das in Remscheid zig Hektar auf der grünen Wiese benötigt hätte, um 1000 Arbeitsplätze zu schaffen. Am Ende sei das Unternehmen im Ruhrgebiet gelandet. Markus Kötter erstaunte die Nachricht: „Das habe ich beim Bürgerdialog zum ersten Mal gehört. Es wäre schön, wenn der OB solche Anfragen auch der Politik kommuniziert.“