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Gewag will in die Wohn-Qualität in Remscheid investieren

Oliver Gabrian, Geschäftsführer der Gewag, will weiter in die Qualität der Quartiere investieren : Schöner Wohnen in Remscheid

Oliver Gabrian, Geschäftsführer der Gewag, hat nach sechs Monaten in neuer Funktion einen guten Eindruck von der Werkzeugstadt gewonnen „Ich habe überall viel Energie in dieser Stadt gespürt“, sagt er.

Die Nachbarschaft funktioniere, er begegne vielen Initiativen, es gebe keine Brennpunkte und er habe ein vielfältiges kulturelles Leben kennengelernt.

Gabrian kann vergleichen. Der studierte Betriebswirt kennt die Anatomie des Verfalls von Innenstädten aus Zeiten, in denen er für Gebiete im Ruhrgebiet zuständig war. Dagegen sei Remscheid eine Insel der Glückseligen. Und die städtische Wohnungsbaugesellschaft ein gutes Instrument der Kommune, die Entwicklung von Lebensqualität durch gutes Wohnen in der Stadt weiter voranzutreiben.

„Quartiersentwicklung hat mich immer fasziniert“, sagt Gabrian. Seinen ersten Job trat der 57-Jährige übrigens bei der LEG in Remscheid vor über 30 Jahren an. Das Wohnen in einer Stadt betrachtet er unter zwei Gesichtspunkten: dem sozialen und dem wirtschaftlichen. Beides müsse zusammenpassen, damit etwas Gutes und Nachhaltiges entstehen kann.

Die Gewag-Häuser an der Emil-Nohl-Straße am Hasenberg zählen zu den Projekten, die auch in diesem Jahr weiter Kontur annehmen sollen. Der Eigentümer lässt dort umbauen, sanieren, modernisieren und die Technik auf den neuesten Stand bringen. Den PikoPark, eine 300 Quadratmeter große Fläche, haben die Hasenberger selbst mitgestaltet. Orte, an denen man sich begegnen kann, fördern den Zusammenhalt. „Wir wollen zeigen, dass das Wohnen in Remscheid attraktiv ist“, sagt Gabrian.

Die Wohnraumförderpolitik der Gewag sei auch als ein wichtiges Zeichen an die Unternehmen und Firmen zu verstehen. Fachkräfte sollen gehalten und angelockt werden, weil es für alle Belange entsprechenden Wohnraum gibt. „Wir versuchen ein breites Spektrum anzubieten“, sagt Gabrian. In einem Wohnquartier, ob am Hasenberg, in Hackenberg oder in Mixsiepen, sollen möglichst viele Interessen befriedigt werden können, von der hochpreisigeren 100-Quadratmeter- Wohnung für Familien bis zur Zwei-Zimmer-Wohnung für Singles.

Der Immobilienmarkt ist in Remscheid entspannt. Vom Druck auf Mieten und Wohnraum wie in den Großstätten im Umkreis von 40 Kilometern ist nichts zu spüren. Gabrians Management verfolgt das Ziel, die Schwäche der Großstätte in eine Stärke von Remscheid zu wandeln. Warum nicht mit der Familie in Remscheid preiswert leben und in der Metropole arbeiten? Dazu braucht es eine gute Anbindung zum Nahverkehrsnetz, was in Remscheid zu Wünschen übrig lässt. Gabrian hegt die Hoffnung, dass es gelingen wird, eine S-Bahn-Haltestelle in Honsberg zu bekommen. Eine Haltestelle würde das Quartier noch attraktiver machen. Der Honsberg hat es Gabrian nach dem ersten Besuch gleich angetan. „Da entsteht durch die Initiative „Ins Blaue“ ein kleines Szene-Viertel. Das ist das Gegenteil von Spießigkeit. Und die Lage am Waldrand mit schönen Ausblicken ist grandios“, sagt Gabrian. Wenn die neue Fachhochschule nach und nach mehr Studenten ins Quartier holt, sieht er großes Potenzial für den Honsberg. Die Gewag besitzt dort einige Straßenzüge, die nach und nach erneuert werden müssten. Ein Frage der Wirtschaftlichkeit. Auf lange Sicht muss es sich lohnen, in den Bestand zu investieren. Dass es keine schlechte Entscheidung ist, in einer Wohnung der Gewag zu leben, zeigen die Zahlen der Kündigungen. „Wir haben eine niedrige Fluktuationsrate von nur sechs Prozent“, sagt Gabrian. Das soll so bleiben.