1. NRW
  2. Städte
  3. Remscheid

Remscheid: Geschenkte Skulpturen sind umstritten

Remscheid : Geschenkte Skulpturen sind umstritten

Die Politik zögert noch, ob die Stadt die Skulpturen des Galeriegartens annehmen soll. Neue Kosten könnten entstehen.

Die Tage der Städtischen Galerie an der Scharffstraße sind gezählt. Sie soll nach dem Beschluss des Rates 2014 geschlossen und verkauft werden. Die Mitglieder des Finanz- und Hauptausschusses haben daher ihr Veto gegen einen einstimmigen Beschluss des Kulturausschusses eingelegt, eine Schenkung der Skulpturen im Galeriegarten anzunehmen. Sie erwarten nun von Kulturdezernent Christian Henkelmann einen Kostenplan, der aufzeigt, was es die Stadt koste und was passieren soll, wenn der Garten geräumt wird. Die Skulpturen haben sprechende Namen: "Regenstuhl", "Schräger Stuhl", "Drehleiter", "Besitzer Steine", "Hoher Tisch". Sie stammen von namhaften Künstlern wie Richard Wake, Sandro Antal, Ulrich Hassepflug und Kurt Kornmann.

Die Skulpturen sind von einem Förderverein "Galeriegarten Remscheid" in den 90er Jahren erworben worden. Zweck des Vereins war die ideelle und finanzielle Unterstützung für die zeitgenössische Kunst im Garten der städtischen Galerie. Hierbei stand insbesondere der Erwerb von Skulpturen, auch jener, welche sich bereits als Dauerleihgaben im Galeriegarten befanden, im Mittelpunkt der Vereinsaktivitäten. Doch der Verein hat sich bereits 2009 aufgelöst. In der Satzung des Vereins war für den Fall der Auflösung festgelegt worden, dass das Vermögen an die Stadtverwaltung Remscheid fällt, welche es für kulturelle und gemeinnützige Zwecke zu verwenden hat.

  • Remscheid : Henkelmann ersetzt Müller als Wahlleiter
  • Was macht ein kreatives Ehepaar in
    Neues Projekt des Krefelder Kultmusikers Jansen : Krefelds kleinste Galerie - das MaMa
  • Bei dem Projekt können Kinder viel
    Tipps : Schritt für Schritt zum Mini-Garten

Für Beatrice Schlieper mutet das Geschenk wie ein Schierlingsbecher an. Das Geschenk könne die Stadt teuer zu stehen kommen. Wer übernimmt die Lagerkosten, wenn die Skulpturen irgendwo untergestellt werden müssen? Wie ist es mit der Versicherung, wenn die Objekte im öffentlichen Raum der Stadt aufgestellt werden? Müssten nicht einige Werke dann auch einbetoniert werden? Wie sieht es mit Fragen des Urheberrechts aus? Henkelmann widersprach der Einschätzung von Schlieper. "Die Skulpturen sind in einem transportablen Zustand. Es handelt sich um eine großzügige Schenkung", sagte Henkelmann. Er könne sich zum Beispiel vorstellen, die Skulpturen hinter dem Deutschen Werkzeugmuseum aufzustellen, falls sie den Galeriegarten verlassen müssten.

Mit den beiden unter Denkmalschutz stehenden Fachwerkhäusern will die Stadt einen Erlös von gut 1,4 Millionen Euro erzielen. Doch bisher hat sich kein Interessent gefunden, wie die Stadt gestern bestätigte. Auch für die Unterbringung eines Kindergartens erweist sich das Gebäude als ungeeignet. Vor einer Schließung der Galerie steht auch eine juristische Hürde. Bis zum Jahr 2017 ist die Galerie einer Zweckbindung als Begegnungsstätte unterworfen. Das Land gab 1992 Fördermittel.

(RP)