Geschenkaktion für Senioren in Remscheid mit der Barmer Krankenkasse Angelika Schüler ist „für den Spaß da“

Remscheid · Wir veröffentlichen Listen mit kleinen Wünschen zu Weihnachten von insgesamt 75 Bewohnern aus Haus Lennep und der Stockder Stiftung.

Angelika Schüler (71) arbeitet ehrenamtlich im Haus Lennep.

Angelika Schüler (71) arbeitet ehrenamtlich im Haus Lennep.

Foto: Jürgen Moll

Angelika Schüler gehört seit nunmehr zehn Jahren zu den guten Seelen von Haus Lennep. Die 71-Jährige ist hier Ehrenamtlerin aus Leidenschaft und als solche im ständigen Kontakt und Austausch mit Bewohnern und Mitarbeitern. Ohne Menschen wie Schüler, betont auch Gordana Dorfmüller vom Sozialen Dienst, wären so viele tolle Angebote in Haus nicht möglich.

Schüler kümmert sich unter anderem um die Kaffeestube, die erst kürzlich wieder in Betrieb genommen wurde. In der Pandemie und bis noch vor wenigen Wochen diente die kleine Stube als internes Testzentrum. Jeder, der ins Haus wollte, musste hier durch. Daran erinnert heute kaum noch etwas. Das Mobiliar ist zwar dasselbe geblieben, doch nun bringt eine maritime Fototapete, sowie kleine Dekoartikel, etwa Muscheln und Strandfiguren, ein bisschen Urlaubsstimmung in die gute Stube. Hier können sich Bewohner und Besucher jeden Freitag von 14 bis 16 Uhr mit frisch gebrühtem Kaffee und selbstgebackenen Waffeln verwöhnen lassen.

Die Kaffeestube wird allein durch Ehrenamtler betrieben. Darüber hinaus ist Schüler im Gesangskreis des Hauses aktiv und lädt regelmäßig die Bewohner zum Vorlesenachmittag ein. Ebenso wenig lässt sie sich die monatlichen Ausflüge zum Tanztee im Gemeindehaus Esche entgehen, wenn die gut aufgelegten Seniorinnen und Senioren zu alten Gassenhauern das Tanzbein schwingen. „Ich bin für den Spaß da, während andere die Arbeit machen“, sagt Schüler mit Blick auf die Pflegekräfte. Sie schenkt den Bewohnern die Zeit, die das Fachpersonal im stressigen Alltag schlichtweg nicht mehr aufbringen kann. Für Schüler ein Einsatz aus Überzeugung. „Das ist mein Leben.“

Haus Lennep kennt Schüler schon seit vielen Jahrzehnten. „1989 war ich zum ersten Mal hier, um ein Praktikum zu machen. Seitdem ist mir das Haus in Erinnerung geblieben.“ Schüler wollte Altenpflegerin werden, „weil ich als Kind gerne und oft Kontakt mit älteren Menschen hatte und sie immer viel erzählen konnten“. Sie startete die Ausbildung in einer Altenpflegeschule, doch dann wurde sie plötzlich schwanger und musste die Ausbildung abbrechen. Später lernte sie Hauswirtschaft und übte im Laufe ihres Lebens, angepasst an ihre Lebenssituation, immer wieder verschiedene Jobs aus. Doch das Seniorenheim ging ihr nie so ganz aus dem Kopf.

Als die Kinder schließlich aus dem Gröbsten raus waren, kehrte Schüler zurück, bot sich als Ehrenamtlerin an und ist ihrer Berufung bis heute treu geblieben.

„Die Pandemie war besonders schwer für alle, fürs Haus, die Pfleger, die Bewohner, ebenso für uns Ehrenamtler, die gerne mehr geholfen hätten, aber nicht durften“, erinnert sich Schüler. Viele Ehrenamtler seien in der Zeit abgesprungen und nach den Lockdowns nicht zurückgekehrt. „Wir haben durch die Pandemie tatsächlich viele Ehrenamtler verloren“, sagt Gordana Dorfmüller. „Vorher waren wir verwöhnt, hatten um die 100 Ehrenamtler. Aktuell sind wir bei knapp 30. Es gab einen großen Bruch, keine Gemeinschaft. Es durfte ja auch nichts mehr stattfinden. Frau Schüler war eine der Ersten, die wieder kam, sobald es möglich war“, berichtet Dorfmüller.

Noch, sagt Schüler, ist die Normalität von einst, was das vielfältige Angebot im Haus betrifft, nicht gänzlich zurückgekehrt. „Wir befinden uns mit allem im Wiederaufbau, wie etwa mit der Kaffeestube, die früher jeden Tag geöffnet hatte.“ Der Bedarf an Angeboten sei bei den Bewohnern natürlich groß. „Sie freuen sich immer, wenn wir gemeinsam singen, den Nachmittag mit Geschichten zusammen verbringen, spielen oder Ausflüge unternehmen“, berichtet Schüler. Sie wirke bei Gesprächskreisen mit, helfe beim Gedächtnistraining oder bei Backaktionen zu besonderen Anlässen. Doch um all das regelmäßig anzubieten, brauche es Ehrenamtler, die sich die Zeit für die Senioren nehmen.

Ein gigantischer Aufwand sei das nicht, betont die 71-Jährige. „Ich selbst bin mindestens zweimal die Woche hier, weil ich große Freude daran habe und mich hier sehr wohlfühle.“ Wenn der Pool an Helfern, so wie früher, groß genug sei, dann würde ja auch schon ein Nachmittag im Monat ausreichen. „Hier wird niemand verheizt.“ Schüler ist überzeugt: „Wer den Umgang mit Menschen mag, wird es in Haus Lennep lieben.“

Auf die Weihnachtsaktion freut sie sich übrigens besonders: „Wir feiern sehr gerne Feste und Weihnachten herrscht im Haus immer eine ganz besondere Stimmung.“ Die Bewohner mit funkelnden Augen zu erleben, wenn sie ihre Geschenke erhalten, sei ein großartiger Moment.

Der aktuelle Wunschzettel

Doris F. (59) Zigaretten, Schokolade

Erna M. (83) Pflegeprodukte (Nivea)

Karl-Hans Z. (91) Wandkalender (Eisenbahnen)

Heidi R. (54) Parfüm „Jil Sander Sun“

Horst V. (56) Zigaretten, Schokolade

Heinz-Günther R. (87) Wandkalender (bunte Landschaften)

Anneliese F. (84) Duftende Körperpflegeprodukte

Dita E. (86) Dünnes Halstuch (bunt)

Helga E. (93) Körperpflegeprodukte (Nivea)

Wilhelm L. (91) Einwegrasierer, Schal, Schokolade

Gerta K. (92) Süßigkeiten, Buch (Roman)

Maria-Elisabeth K. (90) Nagellack (Naturtöne, Nagelöl)

Eleonore K. (88) Diffuser, Duftöl

Karola Edeltraud P. (81) Kreuzworträtsel

Marianne L. (73) weiches Kissen (40x40cm), Halstuch

Wolfgang K. (80) Modellbau (gr. Autos, Tracker)

Karin L. (84) Kreuzworträtsel

Horst S. (77) Pflegeprodukte, Parfüm

Jürgen H. (82) Fanartikel 1. FC Köln

Ruth B. (93) Lippenstift (Rosa), Tischspiegel, Kamm/Bürste

Sigrid R. (87) Kreuzworträtsel, Sodoku

Adelheit D. (75) Massageöl, Duftöle

Manfred W. (84) Dunkle Schokolade

Maria H. (95) Stricksocken/ Haussocken (Einheitsgröße)

Brigitte K. (87) Süßigkeiten, Parfüm

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort