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Remscheid: Gesamtschule setzt Zeichen für Toleranz

Remscheid : Gesamtschule setzt Zeichen für Toleranz

Mit einer Schweigeminute gedachten Schüler der Albert-Einstein-Schule der Opfer der Terroranschläge in Paris.

Die Albert-Einstein-Gesamtschule gedachte am Mittwoch mit einer Schweigeminute den Opfern der Terroranschläge in Paris. Im Anschluss enthüllten Schüler das neue Aushängeschild, mit dem sie signalisieren wollen, dass an ihrer Schule jeder - ungeachtet seiner Herkunft oder Religion - respektvoll behandelt wird.

Ein kleines weißes Blechschild hängt nun am Eingang der Albert-Einstein-Schule (AES). Klein, aber keinesfalls unscheinbar, mit einer wichtigen Aussagen in schwarzen Lettern: "Respekt. Kein Platz für Rassismus."

Die Schülervertretung (SV), angeführt von Schulsprecherin und Jugendratsmitglied Sirin Seydo, hatte schon seit längerem geplant, die bundesweite Respekt-Kampagne zu unterstützen, die vergangenes Jahr der Jugendrat in Remscheid öffentlich gemacht hatte. Schließlich stehe die AES für ein friedliches und respektvolles Miteinander. "Wir haben einen Anteil von 70 Prozent Kinder mit Migrationshintergrund", sagte Lehrer Jochen Menn. "Wir sind gelebte Toleranz und Integration."

Das bestätigen auch die Mitglieder der Schülervertretung, ein bunter Mix verschiedener Nationalitäten: "Natürlich gibt es bei uns auch Streit, aber nie wegen Religion oder Nationalität", sagte Katharina von Gordon. Puren Rassismus gebe es an ihrer Schule nicht, sagte Sirin Seydo: "Das geht auch gar nicht, weil wir einfach viel zu viele unterschiedliche Gruppen sind." Eine Minderheit gebe es nicht.

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Erfahrung mit Rassismus im Alltag haben die meisten in der Runde glücklicherweise nicht. Osman Denizli dagegen schon: Der 17-Jährige mit türkischen Wurzeln war früher an einer anderen Schule mit einem wesentlich geringeren Ausländeranteil. "Da habe ich das schon gemerkt, dass ich ausgegrenzt wurde. Aber hier ist das überhaupt kein Thema." Die "Akzeptanz der Pluralität" sei wichtig, um respektvoll miteinander umzugehen, findet Patrick Taeger, Gesamtschulrektor und SV-Verbindungslehrer. "An unserer Schule wird viel kontrovers diskutiert und auch als Lehrer juckt es einem manchmal in den Fingern."

Allerdings müsse man lernen, damit umzugehen, sich in die Lage des anderen zu versetzen, ihn zu verstehen. Der offene Umgang mit verschiedenen Religionen und Kulturen sei förderlich: "Auch meine Meinung zum Islam hat sich, seit dem ich an dieser Schule unterrichte, deutlich verändert", berichtet Taeger. "Zum Positiven."

Auch die SV-Schüler sehen das als großen Vorteil: "Wir können untereinander darüber reden, lernen die verschiedenen Kulturen kennen", sagt Cihan Kiziltepe. Angst vor dem Fremden brauche hier keiner zu haben.

Hier geht es zur Bilderstrecke: "Je suis Charlie" - Solidarität in NRW

(sebu)