Remscheid: Geplantes Flüchtlingsheim: Pro-NRW-Demonstrant schlägt zu

Remscheid: Geplantes Flüchtlingsheim: Pro-NRW-Demonstrant schlägt zu

Tumult gab es bei der Demo vor dem Info-Abend zu einem Flüchtlingsheim in Hasten. Ein Pro-NRW-Anhänger ohrfeigte den Vorsitzenden des Behindertenbeirats. Gegen ihn wurde Anzeige wegen Körperverletzung gestellt.

Starke Polizeikräfte trennten etwa ein Dutzend Demonstranten von Pro NRW und rund 100 Gegendemonstranten, die von der Vereinigung "Remscheid tolerant" aufgeboten wurden. Nach Angaben des Vorsitzenden des Behindertenbeirats, Karl-Heinz Bobring, ist er von einem Pro-NRW -Anhänger tätlich angegriffen und ins Gesicht geschlagen worden, als er eine Fahne von "Remscheid tolerant" vor dem Stand von Pro NRW auf der dem Gemeindezentrum gegenüberliegenden Straßenseite ausbreitete.

Die Polizei bestätigte den Vorfall auf Anfrage unserer Redaktion. Polizisten hatten die Situation beobachtet und konnten sofort dazwischengehen. Gegen den Demonstranten sei Strafanzeige wegen Körperverletzung gestellt worden, sagte ein Polizeisprecher. Der Mann wurde von der Versammlung ausgeschlossen.

"Asyl am Hasten, wir sagen Nein" war auf einem Transparent am Stand von Pro NRW zu lesen. Die lautstark über Megafon verbreiteten Parolen der Rechtspopulisten versuchten Gegendemonstranten von "Remscheid tolerant" mit Trillerpfeifen zu übertönen. Zahlreiche Vertreter von Kirchen, Parteien, Verwaltung und der Bezirksvertretungen waren unter den Gegendemonstranten.

Als sich Pro-NRW-Anhänger mit Transparenten den Weg in den Saal bahnen wollten, verwehrte ihnen die Kirchengemeinde als Hausherr den Einlass. Im Saal entspannte sich die Lage. OB Burkhart Mast-Weisz erhielt Beifall, als er um Verständnis für die schwierige Lebenssituation der Flüchtlinge warb. Abteilungsleiter Martin Sternkopf dankte für die große Solidarität, die "Remscheid tolerant" bei der Gegendemo erhalten habe.

(bona/bu)
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