Remscheid: Gemeinde schließt Zentrum

Remscheid: Gemeinde schließt Zentrum

Bis Ende 2010 soll das evangelische Gemeindezentrum Klausen geschlossen werden. Die Immobilie steht zum Verkauf. Schrumpfende Gemeindegliederzahlen und Kirchensteuereinnahmen sind der Grund.

Das Presbyterium der evangelischen Kirchengemeinde Lüttringhausen hat einmütig beschlossen, das Gemeindezentrum Klausen an der Hans-Böckler-Straße zu schließen und das Gebäude zu verkaufen.

"Es ist ein schwerer Schritt, den wir uns nicht leicht gemacht haben", sagte Pfarrer und Presbyteriumsvorsitzender Dr. Olaf Waßmuth, gestern in einem Pressegespräch. Aber der dramatische Rückgang an Gemeindegliedern zwinge zu Sparmaßnahmen — trotz stets grundsoliden Wirtschaftens.

Die gute Nachricht: Der benachbarte Kindergarten bleibt bestehen, auch Gottesdienste und die seelsorgerische Betreuung im Stadtteil werden weitergeführt. In der Gemeinde sei die Nachricht mit Bestürzung aufgenommen worden, gestand der Pfarrer für den Nordbezirk innerhalb der drei Pfarrbezirke. Überraschend war dies für die Mitglieder nicht.

In den vergangenen 20 Jahren sind die Gemeindegliederzahlen um 30 Prozent zurückgegangen (von 12 000 auf 8431). Gutverdiener seien ausgetreten, Nichtzahler wie Rentner, Kinder und Hausfrauen blieben, so dass die Kirchensteuereinnahmen stark schrumpften. Laut Prognosen werde das Steueraufkommen bis 2030 um 50 Prozent sinken — nicht zuletzt aufgrund es demografischen Wandels. Waßmuth: "Das ist unglaublich dramatisch."

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Ein Gemeindezentrum aufzugeben, sei ein schmerzhafter Einschnitt. "Vor allem für all diejenigen, die Zeit und Engagement eingebracht haben", meinte Waßmuth und erinnerte an die Blütezeit der Einrichtung in den 60er, 70er Jahren. Daher gab die Gemeinde ein vergleichendes Gutachten in Auftrag: Das Büro Rathke Architekten BDA in Wuppertal prüfte jedes der vier Lüttringhauser Gemeindezentren. Neben Klausen sind es: das jüngste Gebäude am Ludwig-Steil-Platz, das angesichts des Standortes neben der Stadtkirche das Herzstück bildet, das Jugendheim Linde auf Wuppertaler Stadtgebiet, das kostengünstig geführt werden kann, und Goldenberg.

"Beim Abwägen zwischen Goldenberg und Klausen war die Entfernung das Hauptargument", erläuterte der Pfarrer. Den Klausenern seien die 1,2 Kilometer zum Dorfkern noch zumutbar. Außerdem sei das Gebäude an der Hans-Böckler-Straße in der Unterhaltung kostenträchtiger. Es lasse sich aber aufgrund modulartiger Trakte besser, weil auch einzeln, vermarkten. Im Gemeindezentrum Goldenberg ist auch der Kindergarten untergebracht, der erhalten werden soll. Durch den Verkauf der Immobilie in Klausen spare man außerdem eine halbe Küsterstelle ein.

Das Architekturbüro soll nun auch Konzepte zur Neunutzung erarbeiten, eventuell werde es auch mit der Vermarktung beauftragt.

(RP)
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