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„Gardez! Verlag“ in Lüttringhausen feiert 30-jähriges Bestehen

„Gardez! Verlag“ in Lüttringhausen feiert 30-jähriges Bestehen : Mehr Zeit für die Lektüre

Wenn Krimifans in Deutschland in spannende Geschichte abtauchen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie in ein Werk vertieft sind, das im Bergischen entstanden ist.

Denn mit dem „Gardez! Verlag“ aus Lüttringhausen erhalten auch Autoren aus dem Bergischen die Möglichkeit, ein großes Publikum zu erreichen.

Verleger Michael Itschert (54) führt den Ein-Mann-Verlag seit 30 Jahren. Neben der Belletristik gehören auch Sach- und Fachbücher zum Portfolio des Verlages. „Es ist spannend, Ideen zu entwickeln und diese dann auch selber in Buchform umsetzen zu können“, erklärt Itschert, was ihm an seinem Beruf besonders viel Freude macht. Kaufen kann man die Bücher aus dem Verlag in Buchhandelungen, online oder auch direkt bei Itschert selbst.

In den Verlagsräumen an der Richthofenstraße 14 gibt es kaum eine Ecke, die nicht mit Büchern oder Manuskripten gefüllt ist. Ein authentischer Charme, den Besucher unter anderem auch bei Lesungen zu spüren bekommen. Darauf müssen Itschert, die Autoren und Leseratten aufgrund der Corona-Krise aktuell leider jedoch verzichten. Viele geplante Veröffentlichungstermine von Neuerscheinungen wurden auf einen späteren Zeitpunkt verschoben, da aufgrund der Schutzverordnung zur Eindämmung des Coronavirus die Promotion für Neuerscheinungen nicht wie gewohnt stattfinden kann. Auch auf eine Feier zum Jubiläum seines Verlages muss Itschert vorerst verzichten. Er hofft aber, das gegen Ende des Jahres mit einem Tag der offenen Tür nachholen zu können.

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Auf Literatur verzichten müssen Bücherfreunde allerdings nicht. „Derzeit versuchen wir das Publikum besonders auf unsere Bücher hinzuweisen, mit denen man tolle Kopf-Reisen unternehmen kann“, merkt Itschert an. Sommerkrimis entführen etwa nach Italien und bringen so ein Stück Süden ins Bergische.

Bücher können aber noch mehr, findet Itschert: „In unserer schnelllebigen Zeit ermöglichen es Bücher, sich intensiv und kompetent mit einem Thema zu beschäftigen. Dies ist beispielsweise wichtig für eine ausgewogene Diskussionskultur, die wir besonders gut in Krisenzeiten gebrauchen können. Darüber hinaus ist die Lesekompetenz, die durch die Beschäftigung mit Literatur vermittelt wird, ein entscheidender Faktor für das lebenslange Lernen.“

Zwar nutzten viele inzwischen auch E-Reader für die Lektüre. Das Medium Buch sei aber nach wie vor bei den meisten Leserinnen und Lesern das bevorzugte Medium, nennt er seine Beobachtung. Jedoch sei die Zeit, die die Menschen für das Lesen von Büchern investieren, deutlich knapper als früher, kritisiert er. Da müsse die Buchbranche gegensteuern, betont der erfahrene Verleger.

In seiner Wahlheimat Lüttringhausen möchte er das zum Beispiel auch durch sein Engagement im Kulturkreis.jetzt im Heimatbund Lüttringhausen erreichen. Dort möchte er sich vor allem für die Literaturvermittlung einsetzen, indem er durch Kooperationen Lesungen an ungewöhnlichen Orten organisiert, beispielsweise bei der Feuerwehr. Lange Jahre war er zudem auch im Beirat der Lütteraten aktiv.