Frischzellenkur für Teo Otto Theater

Kultur in Remscheid : Frischzellenkur für Teo Otto Theater

Der Investitionsstau wird behoben: 750.000 Euro gibt die Stadt Remscheid für Sanierungsarbeiten am Teo Otto Theater aus. Handwerker arbeiten an Fassade und Dach. Neue Elektroleitungen wurden bereits verlegt.

Das Teo Otto Theater erlebt derzeit eine Frischzellenkur. Handwerker sind dabei, die Fassade zu sanieren und das Dach herzurichten. Das sei höchste Zeit, meint Geschäftsführer Lutz Heinrichs. „Es ist immer dazu gekommen, dass Regen eingedrungen ist. Die undichten Stellen wurden nur notdürftig geflickt.“ Das waren Folgen der städtischen Geldnot.

Nun wird der Investitionsstau behoben. Neue Elektroleitungen wurden bereits verlegt. „Damit ist die Stromverteilung endlich im neuen Jahrtausend angekommen“, beschreibt Kämmerer Sven Wiertz den Fortschritt. Insgesamt gibt die öffentliche Hand für all das rund 750.000 Euro aus, berichtet Dirk Schöneborn vom städtischen Gebäudemanagement.

Damit wird am Äußeren des Gebäudes das nachvollzogen, was bereits längst im Inneren geschehen ist. Noch Ende der 1990er-Jahre war das Teo Otto Theater von einem Stilmix unterschiedlicher Jahrzehnte geprägt, berichtet Lutz Heinrichs. Ein stimmiges Bild habe dies nicht mehr abgegeben.

So reifte der Gedanke, das Haus aus dem Jahre 1954 grundlegend zu renovieren – und zwar originalgetreu im Stil der 1950er-Jahre. „Die passende Farbgebung zu finden, war damals schwierig. Es gab ja nur Schwarzweiß-Fotos“, berichtet Heinrichs.

Dann aber kam den Architekten ein Zufall entgegen. „Bei der Eröffnungsfeier des Theaters hatte eine Floristin für den Blumenschmuck gesorgt, die damit ihr Meisterstück vorlegen wollte. Sie hatte 1954 akribisch die Farbtöne der Wände notiert, zu denen sie die Blumendekoration gestaltete.“ Ihren Aufzeichnungen ist es zu verdanken, dass die Pastelltöne heute im Teo Otto Theater vorherrschen.

Der Theatersaal bietet bis zu
675 Zuschauern Platz. Interessenten können sich ab dem 21. August unterschiedliche Abos für die Spielzeit 2018/2019 sichern. Dann ist die Theaterkasse wieder geöffnet. Die Mitarbeiter erwarten einen „Großkampftag“, erklärt Lutz Heinrichs mit Blick auf die Erfahrungen der vergangenen Jahre. „Die Leute stehen Schlange.“

Sie haben die Wahl zwischen unterschiedlichen Abo-Varianten – vom klassischen Theaterabonnent, das sechs Vorführungen umfasst, bis zum „Wahlabo“. Dabei können sich Interessenten zwei Stücke aus dem Spielplan je nach Interesse aussuchen und Tickets sichern. Das lohnt sich: Es winken Rabatte zwischen
20 und 25 Prozent zum regulären Kartenpreis. Allerdings hat sich längst der Trend durchgesetzt, dass sich immer weniger Theatergäste an ein Abo binden wollen – und sich bereits Monate im Voraus auf den Besuch eines Konzerts oder eines Schauspiels festlegen.

„Die Zahlen bei den klassischen Abos sind in den vergangenen Jahren stetig gesunken – wenngleich nur leicht. Die Leute entscheiden sich spontaner für einen Theaterbesuch“, sagt Lutz Heinrichs.

Ein Beispiel dafür ist das Konzertabonnement für die Auftritte der Bergischen Symphoniker. In der Spielzeit 2014/2015 buchten noch 273 Interessenten diese Abo-Form, im vergangenen Jahr waren es nur noch 214 Zuhörer.

Neue Formate kommen derweil bestens an – vor allem „On Fire“. Dabei treten Musiker der Symphoniker gemeinsam mit Pop- und Soulsängern auf, deren Musik in einem anderen Gewand erklingt.

Im Jahr 2017 feierte die Reihe mit Max Mutzke Premiere. In dieser Spielzeit schauen mit Frida Gold am 21. Oktober und Joy Denalane am 29. Juni 2019 weitere etablierte Musikgrößen im Theater vorbei, um mit dem Orchester ein Konzert zu geben.

(Boll)
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