Remscheid: Frische Fassade dank Fördergeldern

Remscheid: Frische Fassade dank Fördergeldern

Hotelier Manfred Noll hat seinem Hotel auf der oberen Alleestraße mit einem Zuschuss aus einem Bundesprogramm einen frischen Anstrich verpasst. Die Stadt hofft auf viele Nachahmer.

Noch steht das Baugerüst am Haus Alleestraße 85, aber in der kommenden Woche, so schätzt Inhaber Manfred Noll, wird es abgebaut. Dann können Passanten auf der Einkaufsmeile das neue, modernere Gesicht seines Hotels bewundern. Die alte Werbung an der Fassade wurde in den vergangenen Wochen ebenso entfernt wie die dunkelbraunen Kacheln im Eingangsbereich. Dann wurden die Wände in zwei verschiedenen Grautönen frisch gestrichen. Farbakzente setzen in Grün gehaltene schmale Quer- und Längsstreifen. In dieser Farbe ist auch der Schriftzug "Hotel" gestaltet.

40 Prozent der Summe, die Noll in die Neugestaltung steckte, werden aus einem Förderprogramm des Bundes cofinanziert. Dieser Fördertopf kann von Immobilienbesitzern auf der Alleestraße und in ihrer unmittelbaren Umgebung genutzt werden. Die Unterstützung ist Teil des millionenschweren Förderpaketes, auf das die Stadt im Zuge des Projektes "Revitalisierung der Innenstadt" Zugriff hat.

Aufmerksam auf diese Unterstützung wurde Noll bei einer Informationsveranstaltung der ISG Alleestraße im Herbst 2017. Er nahm Kontakt zum Innenstadtmanagement auf, das sein Büro im Haus Markt 13 am unteren Ende der Allee hat und dort all jenen Hilfestellung anbietet, die sich in die Wiederbelebung der Einkaufsmeile und ihrer Nebenstraßen einbringen wollen.

Im Büro beriet ihn Quartiersarchitekt Christian Wlost nicht nur bei der Erstellung der Förderanträge, sondern machte dem Hotelier auch konkrete Gestaltungsvorschläge für die Fassade. Am Ende entschied sich Noll für den hellgrünen Farbakzent. "In dieser Farbe haben wir zuvor unser Haus in Lennep gestrichen", berichtet Noll. Er könne seinen Nachbarn die Teilnahme am Haus- und Hofflächenprogramm nur empfehlen, sagt der Hotelier.

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Baudezernent Peter Heinze hofft, dass das Beispiel der Familie Noll (Sohn Volker ist Geschäftsführer) weitere Immobilienbesitzer ermuntert, sich ihrer in die Jahre gekommenen Immobilien auf der Allee anzunehmen. So könne sich nach und nach das Gesicht der Einkaufsmeile verwandeln. Zu erwarten, dass alles auf einen Schlag verschönert werde, sei unrealistisch, sagte er gestern vor Journalisten. Dass Noll nun als erster Besitzer das Fassadenprogramm umgesetzt habe, könne einen Prozess in Gang bringen.

Der ist an anderer Stelle auch zu spüren, wenn auch weniger sichtbar, berichtete Heinze. Fördergelder in Höhe von insgesamt 14 Millionen Euro sind bislang aus unterschiedlichen Förderprogrammen für Projekte in der Innenstadt beantragt worden. Es geht teilweise um Nutzungsänderungen in Gewerbeimmobilien, teils um energetische Sanierungen. Es habe sich also Einiges getan. Das kann auch Wlost bestätigen. Er hat weitere Projekte aus dem Fassadenprogramm in Arbeit. Insgesamt hat er bislang mehr als 60 Beratungen zu unterschiedlichen Themen angeboten.

Manfred Noll hat es nicht nur bei der Fassadenneugestaltung belassen. Das Hotel hat auch neue Fenster bekommen, die den Schall besser draußen halten. "Auf der Alleestraße kann es ganz schön laut werden", sagt sein Sohn Volker. Gebucht wird das Hotel vor allem von Handelsreisenden oder Handwerkern, die etwa im Allee-Center beim Umbau von Ladenlokalen im Einsatz sind. Es ist aber auch eine Adresse für Alt-Remscheider, die der Seestadt auf dem Berge nach vielen Jahren Abwesenheit mal wieder einen Besuch abstatten wollen, um zu schauen, was aus ihrer Heimatstadt geworden ist. Beim nächsten Besuch werden sie auch ihr Hotel verändert vorfinden.

Kontakt Innenstadtmanagement; Markt 13, Tel. 0 21 91 / 46 44 89-1, E-Mail: quartiersarchitekt-rs@post-welters.de

(hr)
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