„Fridays for Future“: Remscheider Schüler übergeben Forderungskatalog

„Fridays for Future“ : Schüler übergeben Forderungskatalog

Am 5. Juli werden mehr als 1000 Teilnehmer bei der zweiten „Fridays for future“-Demo in Remscheid erwartet.

„Fridays for future“ geht den nächsten Schritt in Remscheid. Am 5. Juli wird die zweite Schüler-Demo auf dem Theodor-Heuss-Platz stattfinden. Bei einem Treffen der hiesigen Schülersprecher kündigte das Führungsteam um Daniel Pilz (Rögy), Seyda Sahan (EMA), Selin Ergün (GBG), Vijiythan Sithiravelauthapillai (GBG) im Rathaus an, bei der Großveranstaltung einen Forderungskatalog mit 13 Punkten an Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz zu übergeben.

Dazu zählen unter anderem die Einführung von Wasserspendern in allen Schulen, das Geschenk einer wiederverwendbaren Trinkflasche für jeden Schüler zu Beginn seiner Schulzeit, mehr Grün an und in den Schulen, striktere Mülltrennung in Klassenräumen und durch das ­Reinigungspersonal und zertifizierter Ökostrom für alle Schulgebäude.

Geschätzte 800 Schüler einte am 22. März der Protest vor dem Rathaus. Beim zweiten Aufmarsch zur Verbesserung der Umwelt- und Klimapolitik könnte es eine vierstellige Teilnehmerzahl werden. Waren beim ersten Mal GBG, EMA, AES und Sophie-Scholl die tragenden Säulen, wird dieses Mal zumindest das Röntgen-Gymnasium mit einer großen Delegation erwartet.

Bei dem Treffen der Schülervertreter deutete Daniel Pilz an, dass es aus dem Rögy 300 Schüler werden könnten. Die Rögy-Basis hat die Unterstützung von oben. Schulleiter Matthias Lippert: „Wir haben ungeheuer engagierte Jugendliche in der Schülervertretung. Das wollen wir unterstützen.“ Im Unterricht wird kommende Woche ab der Stufe 8 in Naturwissenschaft und Politik auf der Grundlage des Forderungskatalogs allgemein über Klima- und Umweltschutz, aber auch die in Remscheid geforderten Maßnahmen diskutiert. „Jeder Schüler soll sich zu dem Thema ein differenziertes Bild machen können“, erläutert Matthias Lippert.

Den Abschluss bildet die Demonstration in der Innenstadt. Weil das Rögy nicht um die Ecke liegt, sollen Schüler ab der Stufe 8 ab 12.30 Uhr beurlaubt werden, wenn sie die Veranstaltung besuchen möchten. Vorab wird ein Elternbrief erstellt. Sofern diese für ihre minderjährigen Kinder zustimmen, dürfen diese mit Bus oder Bahn zum Hauptbahnhof fahren und werden dort über die Alleestraße zu Fuß zur Demo stoßen. „Kein Schüler wird gedrängt, alle sollen frei entscheiden“, betont Lippert.

Beim Treffen der Schülervertretungen, zu dem alle 13 weiterführenden Schulen eingeladen waren, aber nur drei erschienen, kündigte Seyda Sahan (EMA) an, dass sich die Teilnehmer am 5. Juli sternförmig auf den Platz der Kundgebung zubewegen werden. Der Ablauf vor Ort sieht eine Begrüßung durch Seyda Sahan und Selin Ergün vor, danach wird Daniel Pilz die Forderungen schriftlich an die Verwaltungsspitze übergeben. Maximal 40 Minuten sind geplant.

Es wird Poetry Slam geben, und die Hymne der jungen Klima-Bewegung „Do it now“ von Bella Ciao soll im Chor vor allen angestimmt werden. Von einem „Die-In“ wollen die Schülersprecher absehen. Bei einer solchen Menschenmasse würde es zu eng, wenn sich alle auf den Boden legten und tot stellten. „Das sieht als bildliches Symbol zwar gut aus, aber es darf keine Panik unter den Schülern aufkommen“, meinte Seyda Sahan. Versammlungsleiter wird EMA-Abiturient Francesco lo Pinto sein, der als 18-Jähriger diese Funktion ausüben darf.

Nach den Sommerferien wird die Arbeit der Bewegung weitergehen. Geplant ist eine Vernetzung durch eine Bezirksschülervertretung, geplant ist auch eine Selbstverpflichtung, mit der sich Jugendliche und Erwachsene ihre eigenen Klimaziele stecken.

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