Wuppertal: Stadt: Mauer-Abriss kostet mehr als zehn Millionen

Wuppertal: Stadt: Mauer-Abriss kostet mehr als zehn Millionen

Die Mauer muss weg - das ist der Wunsch vieler Wuppertaler. In der Kritik steht insbesondere das 60 Meter breite Teilstück der Natursteinmauer über dem Eingang zur Bahnhofsmall. Es sorgt landauf, landab in Wuppertal für Diskussionen. Ein Punkt darin ist die Überlegung, ob man ohne die Mauer und den oberen Platz einen besseren Blick auf die historische Fassade des Bahnhofgebäudes haben würde. Die FDP-Fraktion hatte die Verwaltung beauftragt, Alternativen und damit verbundene Kosten zu prüfen. Oberbürgermeister Andreas Mucke bat die Projektleitung Döppersberg ebenfalls um eine Prüfung. Die Antwort der Verwaltung auf die Nachfragen fällt überaus deutlich aus: Der Abriss der Natursteinmauer würde Kosten in Höhe einer zweistelligen Millionensumme nach sich ziehen.

In der Planungs- und Baubegleitkommission Döppersberg herrschte Einverständnis darüber, dass ein Abriss, selbst wenn er nur einen Teil der Mauer betreffen würde, nicht mehr machbar ist. Projektleiter Udo Lauersdorf bezifferte die möglichen Kosten allein für die Demontage auf 1,2 Millionen Euro.

Voraussetzung sei allerdings, dass die Deutsche Bahn, die seit wenigen Tagen Eigentümer der Mall ist, dem Abtragen der oberen Schicht der Natursteine zustimmen würde. Weit höhere Kosten würde darüber hinaus der Rückbau des oberen Platzes nach sich ziehen. "Fällt der obere Teil der Mauer weg, würde der Blick vom unteren Platz auf die dort bereits gebauten Steinstufen fallen", erklärte Klaus Jürgen Reese (SPD), Vorsitzender der Kommission. Die Folge daraus wäre: Der obere Platz müsste dann komplett neu geplant werden. Die Kosten für den Umbau bezifferte Udo Lauersdorf auf rund sieben Millionen Euro.

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Zudem gebe es Risikopositionen. Im Falle einer Klage der Architekten JSWD wegen des Urheberrechtes gehe es um einen Streitwert von 4,5 Millionen Euro. Zudem sei der Einbau einer durchsichtigen Alternative, die einen freien Blick auf das historische Empfangsgebäude ermögliche, mit sechs Millionen Euro anzusetzen. Die Natursteinmauer diene als Absperrung und Fallschutz und müsse dem Aufprall eines Fahrzeugs standhalten.

Um nachträglich 15 Zentimeter dicke Glas- und Stahlplatten einzubauen, müsste zunächst einmal vor der Mall ein Fußgängertunnel zum Schutz der Passanten gebaut werden.

(ab)