Wuppertal: 14.000 Bürger sind mit dem Sozialticket unterwegs

Wuppertal: 14.000 Bürger sind mit dem Sozialticket unterwegs

Seit 2013 steigt Jahr für Jahr die Zahl der Bezieher des vergünstigten Soziatickets in Wuppertal. "2016 wurden rund 13 000 Sozialtickets verkauft, in diesem Jahr erwarten wir etwa 14 000 Käufer", sagt Holger Stephan, Sprecher der Stadtwerke )WSW). Ob sich der Trend in den kommenden Jahren fortsetzt, ist allerdings fraglich, denn die NRW-Landesregierung plant, die Beiträge des Landes zur Finanzierung des ermäßigten Tickets bis 2020 schrittweise herunterzufahren.

Die Pläne könnten langfristig das Aus für die Sozialtickets bedeuten, denn rund 40 Millionen Euro pro Jahr würden zur Subventionierung fehlen. Kritiker der CDU/FDP-Landesregierung haben vorgerechnet, dass die eingesparte Summe, die vielen finanziell schwachen Menschen bezahlbare Mobilität und Teilhabe ermögliche, gerade einmal ausreicht, um drei Kilometer Autobahn zu bauen.

In Wuppertal legte das Sozialticket bei seiner Einführung einen holprigen Start hin. Im Oktober 2011 sprach sich der Rat der Stadt zunächst noch mehrheitlich gegen die Einführung aus. Ein von den Grünen vorgelegter Antrag, das Sozialticket im Rahmen eines Pilotprojektes einzuführen, wurde gegen die Stimmen von Grünen und Linken abgelehnt. Da sich das Sozialticket in den folgenden Jahren aber in anderen Städten im Gebiet des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr im Pilotprojekt bewährte, wuchs der Druck auf den Stadtrat, die Einführung des Sozialtickets nachzuziehen. Zudem hatte sich die Kassenlage der Stadt inzwischen entspannt, was den finanziellen Handlungsspielraum der Tochter WSW erweiterte. Seit 2013 wird das Sozialticket daher auch von ihr angeboten. Die Nachfrage stieg nach schleppendem Beginn bis heute kontinuierlich an, obwohl der Preis inzwischen von ursprünglich 29,90 Euro auf 37,80 Euro im Monat erhöht wurde.

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"Zum Kauf berechtigt sind zum Beispiel Wupperpass-Bezieher, Menschen, die Wohngeld beziehen oder Kunden des Jobcenters", sagt Stadtsprecherin Ulrike Schmidt-Keßler. 2013 gab die Stadt die Zahl der Bezugsberechtigten mit 70 000 an. Aktuelle Zahlen liegen nicht vor.

Der Verein Arbeitslosenhilfe Wuppertal erklärt, dass der Preis von 75 Euro für eine reguläre Monatskarte für arme Menschen unbezahlbar sei. Die Linken haben für den 9. Dezember um 12 Uhr zu einer Demo am Alten Markt gegen die Ticket-Abschaffung aufgerufen.

(ab)