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Freiherr-vom-Stein-Schule Lennep: Reise durch die Schulgeschichte

Freiherr-vom-Stein-Schule in Lennep : Reise durch die Schulgeschichte

Die Freiherr-vom-Stein-Schule in Remscheid-Lennep feierte am Wochenende ihr 150-jähriges Bestehen. Die Schule hatte sich dafür ein altes Klassenzimmer mit über 120 Jahre alten Holzbänken ausgeliehen.

Es war ein besonderes Jubiläum, das die Gemeinschaftsgrundschule Freiherr-vom-Stein am Wochenende mit einem Festakt sowie einem Schulfest beging: Seit 150 Jahren existiert das Schulgebäude an der Hardtstraße 2 in Lennep. Im Laufe der Zeit fungierte das Gebäude, in dem auch ein Jahr lang der berühmte Schauspieler Heinz Rühmann die Schulbank drückte, unter anderem als Real-, Berufs- und Volksschule, bis 1969 die Gemeinschaftsgrundschule einzog. Die bewegte Geschichte konnten die zahlreichen Besucher in einer Ausstellung erleben. Für die Zeitreise zurück in die Schulgeschichte lieh sich die Schule sogar ein altes Klassenzimmer mit über 120 Jahre alten Holzbänken.

Das war eine Leihgabe des Bergischen Schulmuseums, die durch den Heimat-Scheck finanziert wurde. Während der Projektwoche erhielten die Grundschüler dort auch eine Unterrichtsstunde mit Kaiserbild an der Wand. „Da hat man gemerkt, wie das früher war“, sagen Louis (10) und Tom (10), die froh sind, dass es in der heutigen Zeit keine mehr so strenge Lehrer mit Schlagstock gibt.

Darüber hinaus gab es bei der Ausstellung weitere Leihgaben und Schätze aus dem eigenen Archiv der Schule zu sehen, etwa alte Schulranzen, Bücher, Geräte wie einen Schaukasten oder Chroniken, die die Namen der Lehrer sowie deren Gehalt führen.

Außerdem wurden die Ergebnisse der themenbezogenen Projektwoche in den verschiedenen Klassen präsentiert. „Die Gruppen waren altersgemischt. Jeder Schüler konnte nach Neigung entscheiden, was er machen möchte“, erklärt Schulleiterin Silvia Siegemund. So bastelten die Kinder zum Beispiel alte Schultafeln und probierten sich an der Sütterlinschrift.

Auch die Mode von 1869 bis heute wurde vorgestellt sowie alte Spiele, wie Stockpferden, neu entdeckt. „Das hat mir gut gefallen. Das war sehr kreativ und war sicherlich viel Arbeit“, lobt Holger Krüger, dessen Sohn die Schule besucht. Die Jubiläumsfeier drehte sich aber nicht nur im die Vergangenheit.

„Wir wollen auch zeigen, was ist Schule heute und wie sieht sie in Zukunft aus“, betont die Rektorin. Dazu gab es Leihgaben des Zukunftscampus.

3D-Drucker oder Roboter wie Pepper zogen Groß und Klein in ihren Bann und könnten in Zukunft den Schulalltag bestimmen. Sie spielten auch bei den Zukunftsvorstellungen der Kids eine Rolle. Aus Schuhkartons bastelten sie das Klassenzimmer 2051, bei dem Roboter, Entspannungsräume oder ein Schwimmbad nicht fehlen durften. Die fantasievollen Kunstwerke fanden viel Anerkennung. Die kleinen Ozobots hingegen sind schon heute Realität der Freiherr-vom-Stein-Schule.

Während der Projektwoche arbeiteten die Schüler zum ersten Mal mit den programmierbaren Mini-Robotern. „Wir haben gelernt, wie man sie programmiert, und das nicht nur mit dem Handy oder PC, sondern auch mit den Color-Codes“, erklärt Leni (9). Der Ozobot kann die Farben erkennen und die ihm gegebenen Befehle umsetzen. So entwickelten die Kinder eine Geschichte, die der Ozobot auf dem vorgezeichneten Weg auf dem Papier abfährt, während einer sie erzählt.

Der Schulverein, der in diesem Jahr sein 70-jähriges Bestehen feiert, sorgte für das kulinarische Wohl sowie die Tombola und organisierte einen Menschenkicker, an dem sich die Kids austoben konnten. „Das Jubiläum und die Projektwoche haben ein Zusam-mengehörigkeitsgefühl und eine höhere Identifikation mit der Schule geschaffen“, resümiert Siegemund.