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Freiheitstraße: Tempo 30 und Blitzer

Remscheid : Freiheitstraße: Tempo 30 und Blitzer

Der Flüsterasphalt auf dem viel befahrenen Abschnitt der B 229 kommt frühestens im Jahr 2022. Die geplante Geschwindigkeitsreduzierung in der Nacht soll von einem mobilen Messgerät kontrolliert werden.

In dem schon einige Jahren währenden Kampf gegen Lärm und schlechte Luft an der viel befahrenen und dicht bebauten Freiheitstraße will die Stadt das nächste Register ziehen. Im Zeitfenster von 22 Uhr am Abend bis 6 Uhr am Morgen soll auf der Bundesstraße künftig nur noch eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h erlaubt sein.

„Eine angeordnete Geschwindigkeitsbeschränkung führt bereits zu einem Absenken des Geschwindigkeitsniveaus und somit zu einer Minderung der Lärmbelastung“, heißt es in einem Bericht der Verwaltung. Um der Anordnung Nachdruck zu verleihen, plant die Stadt die Tempo-Regelung mit einem Blitzer zu überwachen, berichtete Jürgen Beckmann, Leiter des Bürgeramtes, am Dienstagabend in der Bezirksvertretung (BV) Alt-Remscheid. Anders als auf der Lenneper Straße, wo schon länger Tempo 30 im genannten Zeitfenster gilt, will die Stadt an der Freiheitstraße aber keine stationäre Überwachung einrichten. Mit einem semi-stationären Gerät – wie es etwa auf der Baustelle auf der Autobahn 46 kurz zwischen Somborner Kreuz und der Abfahrt Haan steht – soll das Tempo an mehreren Stellen der Bundesstraße überwacht werden. Die Mobilität der Anlage ermögliche auch Einsätze an anderen Stellen der Stadt, sagte Beckmann.

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Testmessungen mit dem Seitenradar-Messgerät der Stadt haben ergeben, dass aktuell 85 Prozent der Autofahrer zu dieser Tageszeit mit einer Geschwindigkeit zwischen 60 und 65 km/h unterwegs sind. Auch die jüngst erfolgte Modernisierung der Ampelanlagen, die einen besseren Verkehrsfluss ermöglicht (Grüne Welle), ist Teil des Maßnahmenpakets, das die Stadt im Luftreinhalteplan für die Freiheitstraße mit der Bezirksregierung in Düsseldorf abgestimmt hat. Das neue Ampel-System lasse sich auch auf Tempo 30 umstellen, sagte Beckmann auf Nachfrage von Alexa Bell (CDU). So sei der stete Verkehrsfluss, der nicht nur zu weniger Abgasen, sondern auch zu weniger Lärm durch Brems- und Anfahrgeräusche führen soll, gewährleistet. Die Stadt plant, „die Geschwindigkeitsbegrenzung wieder aufzuheben, sobald in der Freiheitstraße lärmoptimierter Asphalt aufgebracht wurde“, heißt es im Bericht der Verwaltung. „Warum machen wir nicht direkt Flüsterasphalt, wenn es doch die Lösung ist?“, wollte Andre Hüsgen (Pro Deutschland) von Beckmann wissen. Dann könne man den Bürgern die „Abzockerei“ mit den Blitzern ersparen.

Beckmann verwies auf den Investitionsplan der Stadt. Der sieht vor, dass frühestens 2022 mit dem Einbau des Flüsterasphalts begonnen werden soll. Die Stadt will 2021 Fördergelder beantragen. Sie geht davon aus, dann auch die vorhandenen personellen Kapazitäten bei den Ingenieuren zu haben.

Die Einrichtung der Tempo 30-Regel lasse sich schnell umsetzen, sagte die zuständige Dezernentin Barbara Reul-Nocke (CDU) gestern unserer Zeitung. Sollten die politischen Gremien zustimmen, könne man sofort starten. Die entsprechende Beschilderung sei schnell umgesetzt. Dass es so kommt, ist sehr wahrscheinlich. Bis auf Hüsgen stimmten alle Mitglieder der BV 1 für die Geschwindigkeitsreduzierung.