Flaniermeile im Herzen der Remscheider City

Pfingsttrödel auf der Hindenburgstraße : Flaniermeile im Herzen der City

Tausende kamen am langen Wochenende zum 33. Pfingsttrödel auf der Hindenburgstraße. Insgesamt 346 Stände waren mit alten Schätzen, Trödel und Leckereien vertreten. Darunter viele Anbieter, die erstmals dabei waren.

Flanieren, Feilschen, Futtern und Fabulieren gehörten am Sonntag und Montag zu den Haupttätigkeiten auf der Hindenburgstraße. Der diesjährige 33. Pfingsttrödel lockte besonders am Sonntag mehrere Tausend Menschen an. Die Neuerungen durch den neuen Veranstalter Carsten Pudel fielen erst auf den zweiten Blick positiv auf.

Bei schönstem Wetter nutzten zahlreiche Remscheider, aber mindestens ebenso viele Auswärtige den ersten Pfingsttag für einen ausgiebigen Spaziergang. Ihr Weg führte sie auf eine sehr belebte Flaniermeile mitten ins Herz der Innenstadt. Langsamen Schrittes ging es im Pulk vorwärts, links und rechts an den zahlreichen Ständen der Trödelanbieter entlang: Alte Schätze, Wanduhren, Porzellan und Schallplatten, ebenso viel Ramsch, Spielzeug, Kleidung und Hausrat gab es hier zu günstigen Preisen zu erwerben. Zwischen den zahlreichen Ständen tummelten sich auch vereinzelt Kirchengemeinden und Vereine, die für gemeinnützige Aktivitäten Waffel backten oder eben gespendete Gegenstände verkauften. Ebenso fanden sich unter den Anbietern einige auf der Hindenburgstraße ansässige Einzelhändler, die den enormen Andrang nutzten und ihre Ware kurzerhand aus dem Laden ins Freie verlagerten.

Der „Kleine Laden“ von Elke Brandt bot beispielsweise Bastelbedarf zu Schnäppchenpreisen an, das „Antik & Trödel“-Geschäft von Ursula Schneider drapierte altes, hübsch restauriertes Mobiliar prominent vor ihrem Ladenlokal. „Das ist genau mein Ding“, schwärmte eine junge Besucherin, offensichtlich auf der Suche nach Vintage-Möbeln. Sie überließ den Kinderwagen ihrem Mann und stürzte sich in die kleine Ausstellung.

Bewohner der Straße hatten traditionell Wohnungen und Keller ausgemistet und eine Auswahl an gebrauchten aber guterhaltenen Gegenstände oder gar selbst gebasteltes und feine Handwerksarbeit vor ihre Haustüren gebracht, wie etwa Nicandro Zarli. Der 82-Jährige gehört praktisch zum Inventar des Pfingsttrödels, wirkt seit über zwei Jahrzehnten mit und ist jedes Jahr aufs Neue durch seine selbst geschnitzte Pinocchio-Figur zu erkennen. In diesem Jahr hatte die Märchenfigur allerdings neue Begleiter erhalten: Ein Bataillon von Gartenzwergen an einer Stange geschweißt, an der man allerhand Dinge hängen konnte.

Neben traditionellen Anbietern waren diesmal aber auch neue Stände auszumachen, die sich vor allem am Ende der Hindenburgstraße bemerkbar machten. Stände, die ursprünglich zum Bestand der Pfingstkirmes der Lenneper Schützen gehörten, hatten in diesem Jahr auf der Trödelmeile ein neues zu Hause gefunden. Der Schulhof des Gertrud-Bäumer-Gymnasiums, mit einem Kinderkarussell ausgestattet, war diesmal den jüngsten Trödelfans vorbehalten, die hier, wie Sina (11), Julius (10) und Greta (13), ihre aussortierten Spielsachen und Kleidungsstücke anboten. „Ich bin schon zum dritten Mal dabei, und es macht einfach immer Spaß“, erzählte Sina. Im vergangenen Jahr seien gut 160 Euro zusammengekommen. „Ich hoffe, es läuft dieses Mal genauso gut. Mit dem Geld will ich mir nämlich besondere Sneakers kaufen, im Design von Gryffindor.“

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