Feuerwehrwache in Remscheid-Lüttringhausen ist für Bibliothek geeignet

Einigung mit Bewohnern wird angestrebt : Feuerwehrwache Lüttringhausen ist für Bibliothek geeignet

Verwaltung favorisiert das denkmalgeschützte Haus.

Lesen, wo einst Feuerwehrmitglieder eilig in ihre Ausrüstung schlüpften und in den Wagen zum nächsten Einsatz stiegen? Das könnte Realität werden. Die alte Feuerwehrwache Lüttringhausen als neuen Bibliotheksstandort zu nutzen, sei eine gute Idee, sagt Remscheids Baudezernent Peter Heinze.

Seit dem Umzug der Freiwilligen Löscheinheit Lüttringhausen in das moderne Gerätehaus vor zwei Jahren, sind die ehemaligen Wagenhalle sowie Umkleideräume ungenutzt. Nachdem die Verwaltung unter anderem für die Nachnutzung zunächst ein gastronomisches Konzept in Betracht zog, scheinen sich nun die Pläne für die Unterbringung der Stadtteilbibliothek in das denkmalgeschützte Gebäude zu verfestigen.

Nach Darstellung des Baudezernent, dass die Ergebnisse der Prüfung zeigen, dass die Wache als Bibliotheksstandort gut und geeignet sei und das Raumkonzept sehr umfangreich sei, sodass auch die oberen, derzeit noch bewohnten Räume genutzt werden würden. Auf Rücksicht auf die Bewohner wolle er aber noch nicht ins Detail gehen, betonte Heinze weiter. Zuerst wolle man eine einvernehmliche Lösung mit den Bewohnern finden.

Auch Ulrich Hochfeld, Vorsitzender der Lütteraten, möchte nicht, dass irgendjemand wegen des möglichen Bibliotheksumzuges verdrängt wird. Seinen Informationen nach könne der Mieter im Dachgeschoss bleiben. Die ältere Dame, die bereits ihre Sorgen bei einer Bürgersprechstunde des Oberbürgermeisters in Lüttringhausen nannte, beabsichtige wohl, nur noch einige Jahre in der Wohnung zu verbleiben. Diese Zeit wolle man ihr auch seitens der Lütteraten geben.

Denn, der Zeitdruck, der auf eine Entscheidung drängte, wurde genommen. Der Mietvertrag für die bisherigen Räume der Bibliothek an der Gertenbachstraße läuft 2021 aus und müsste entsprechend im kommenden Jahr verlängert werden. Bisher war die Vertragslaufzeit immer auf fünf Jahre festgesetzt. Doch wie Thomas Judt, Leiter des städtischen Gebäudemanagements mitteilte, bestehe nun nach Gesprächen mit dem Vermieter die Möglichkeit, den Vertrag immer nur auf ein Jahr abzuschließen. Diese Nachricht freut Hochfeld, dem es ein Anliegen war, dass die Vertragsfrage frühzeitig geklärt wird. Die Wache als neuen Standort begrüßt er. „Uns als Lütteraten war es immer wichtig, eine attraktive Bücherei zu haben. Das wäre eine mehr als gute Möglichkeit zur Gestaltung“, erklärt er. Denn die aktuellen Räume an der Gertenbachstraße sind nicht nur zu klein, um eine gemütliche Aufenthaltsqualität und Möglichkeiten für Gruppenarbeit zu bieten. Sie sind auch nicht barrierefrei und es fehlen eine Küche sowie Toiletten.

Mit dem zentral gelegenen Feuerwehrhaus könnte auch das Angebot im digitalen Bereich ausgeweitet und durch PC-Arbeitsplätze ergänzt werden, erklärt Hochfeld weiter. Auch das Ferienprogramm könnte um die Herbstferien erweitert werden. Außerdem würde er gerne die Idee eines kleinen Cafés verfolgen.„Ich habe in den letzten zwei Jahren zwei Bibliotheken ins Herz geschlossen. Einmal die in Lennep und einmal die in Hilden“, schwärmt Hochfeld.