Remscheid: Feuerwehrmänner streiten für ihr Recht

Remscheid: Feuerwehrmänner streiten für ihr Recht

Bei der Remscheider Feuerwehr brodelt es: Manch einer wartet seit drei Jahren auf seine Beförderung, obwohl er sich mit Lehrgängen dafür qualifiziert hat. Besonders in den unteren Besoldungsstufen tut das weh.

Dazu kommen Kürzungen bei den Rentenansprüchen, Ungleichbehandlungen in unterschiedlichen Städten oder im Vergleich mit anderen Beamten. Das wollen die Feuerwehrleute nicht mehr hinnehmen: Aus dem ganzen Land fahren sie am Donnerstag nach Düsseldorf und protestieren bis Freitagmittag vor dem Landtag. Aus Remscheid werden mehr als 50 Männer dabei sein — in ihrer Freizeit. "Da sehen Sie, wie uns das Thema unter den Nägeln brennt", sagt Brandamtmann Dirk Viertelhaus.

25 Feuerleute in der Warteschleife

In Städten mit Haushaltssicherung gilt seit Jahren ein Beförderungsstopp. Womöglich wird er im Zuge des Stärkungspakts Stadtfinanzen gelockert. Doch wie das die Remscheider Wehr betrifft, ist noch unklar. Hier warten aktuell 25 von 130 Feuerwehrleuten. "Der kleine Feuerwehrmann kann doch nichts dafür, dass die Stadt pleite ist", sagt Viertelhaus, der sich als hochrangiges Feuerwehrmitglied für die Kollegen stark macht.

Über 100 .000 Euro habe Remscheid durch den Beförderungsstopp gespart. Die Feuerwehrleute leiden darunter, dass sie mit ihren Forderungen als "Prügelknaben der Nation" gelten. Dabei wollen sie doch nur den Lohn — im finanziellen wie übertragenen Sinn — der ihnen zusteht, sagt Viertelhaus. Als "Riesenungerechtigkeit" empfindet er es, wenn Kollegen 40 Jahre lang im Feuerwehreinsatz das Leben riskieren, dann wegen des Beförderungsstopps in der untersten Besoldungsstufe in Ruhestand gehen und eine entsprechend niedrige Rente beziehen. Und dass den Feuerwehrleuten seit kurzem die monatliche Risikozulage nicht mehr auf die Rente angerechnet wird, diese de facto sinkt, die Landtagsmitglieder aber gerade eine Diätenerhöhung für ihre Pensionsansprüche beschlossen haben, macht die Männer schlichtweg wütend.

Dirk Viertelhaus beschreibt die Stimmung bei der Feuerwehr als zunehmend verzweifelt. "Wenn wir streiken dürften, hätte NRW ein Problem."

(RP)
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