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Festival „The Arc“ in Remscheid: Kampf gegen die Erderwärmung

Festival „The Arc“ in Remscheid : Zwei Tage auf der Klima-Arche

Remscheid zeigt sich als guter Gastgeber für Experten aus aller Welt, die ein gemeinsames Ziel ins Bergische Land führt: Schnelle Erfolge mit innovativen Technologien im globalen Kampf gegen die Erderwärmung.

Der Wunsch nach einem Radschnellweg von der Innenstadt zur Mebusmühle stand am Mittwochabend auf der Tagesordnung der Bezirksvertretung Süd. Zwei Türen weiter ging es im großen Sitzungssaal des Rathauses derweil um die Frage, wie und vor allem wie schnell Grüner Wasserstoff den enormen Energiebedarf der Industrie auf eine umweltfreundliche Art befriedigen kann. Experten aus Südafrika, Ägypten und Deutschland diskutierten vor Fachpublikum aus aller Welt die Chancen, aber auch die Fallstricke dieser Zukunfts-Technologie. Kameras übertrugen das spannende Gespräch live ins Internet.

Dass Nachhaltigkeitsstrategien und Mittel gegen die Erderwärmung auf lokaler wie auf globaler Ebene in seiner Heimatstadt Tür an Tür diskutiert werden, wird Peter Schniering besonders freuen. Der Remscheider Gründer der Denkfabrik Future Cleantec Architects (FCA) für innovative Technikideen zum Klimaschutz, der das zweitägige Festival „The Arc“ ins Bergische Land holte, hatte schon bei der Begrüßungsveranstaltung am Morgen im Teo Otto Theater betont, dass die Stadt im Herzen der letzten großen Industrieregion von Deutschland genau der richtige Ort sei, um Lösungen zu finden, wie man die Klimaziele schneller erreicht.

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Und so saßen in den insgesamt 15 Veranstaltungen am Mittwoch und Donnerstag nicht nur Experten aus Afrika, Kanada und Asien, sondern auch Vertreter der örtlichen Wirtschaft. Peter Dültgen von der Forschungsgemeinschaft Werkzeuge (FGW) und Werkstoffe etwa berichtete im Foyer der Stadtbücherei auf unterhaltsame Art von den Innovationen in der Werkzeugherstellung.

 Denkfabrik-Gründer Peter Schniering gibt zum Start des Festivals im Teo Otto Theater ein Interview.
Denkfabrik-Gründer Peter Schniering gibt zum Start des Festivals im Teo Otto Theater ein Interview. Foto: Röser, Henning/Henning Röser

Die Möglichkeit, sich mit Fachleuten aus aller Welt auszutauschen, hatte auch Stephan Oehme von VDMA nach Remscheid gelockt. Sein Verband vertritt 3500 Firmen in Deutschland und Europa mit insgesamt vier Millionen Beschäftigten. Für die Anlagen- und Maschinenbauer sei es eminent wichtig, Wege zu finden, wie man den CO2-Ausstoß bei der Zementproduktion senken kann, berichtete Oehme im Gespräch mit der Redaktion.

Wäre die Zement-Industrie ein Staat, so lernten die Besucher eine Stunde später bei einer Diskussion in der Gründerschmiede, wäre er nach China der drittgrößte Verursacher von Treibhausgasen auf der Welt. Oehme saß hier mit auf dem Podium und zeigte sich in der Diskussion trotz vieler Herausforderungen optimistisch, bei diesem Thema voranzukommen. Wichtig sei, dass alle, die mit dem Thema befasst sein, zusammenarbeiten.

 Stephan Oehme gibt Francesca Brunner (FCA) im Ratssaal ein kurzes Interview für die Internet-Präsentation.
Stephan Oehme gibt Francesca Brunner (FCA) im Ratssaal ein kurzes Interview für die Internet-Präsentation. Foto: Röser, Henning/Henning Röser

Dass man auch als Laie mit passablen Englischkenntnissen den Einstieg ins jeweilige Thema fand, dafür sorgte das junge Team von FCA. Vor dem Start jeder Veranstaltung wurde ein Faktenzettel mit den zentralen Daten des jeweiligen Themas verteilt.

Spätestens auf den Wegen zwischen den jeweils nur ein paar Fußweg-Minuten voneinander entfernt liegenden Veranstaltungsorten auf dem Stadtkegel war für die internationalen Gäste Zeit, einen Blick auf die Gastgeberstadt Remscheid zu werfen. Die zeigte sich bei Sommerwetter und blauem Himmel von ihrer Schokoladen-Seite. Am Abend traf man sich im Schützenhaus am Stadtpark, um den Konferenztag ausklingen zu lassen.

Wissend um die Strahlkraft der Veranstaltung und das positive Licht, das sie auf Remscheid fallen lässt, hatte die Stadtspitze den Zeitplan der politischen Gremien für diese Woche umgestellt. Damit „The Arc“ freie Bahn im Rathaus als einem von fünf Veranstaltungsorten hatte, tagte der Stadtrat erstmals seit vielen Jahren wieder an einem Montag. Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weiz (SPD) wollte damit auch den Lokalpolitikern die Möglichkeit einräumen, das Klimaschutz-Festival zu besuchen. Schließlich schlägt sich auch die Stadt nicht nur im Südbezirk mit der Frage herum, wie sie den Herausforderungen des Klimawandels in der Zukunft besser begegnen kann.