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Remscheid: FDP - Lüttinger gewinnt Kampfabstimmung knapp

Remscheid : FDP - Lüttinger gewinnt Kampfabstimmung knapp

Erst im dritten Wahlgang konnte sich der amtierende Fraktionsvorsitzende Wolf Lüttinger bei der Kreiswahlversammlung der Remscheider FDP am Freitagabend mit dem denkbar knappen Vorsprung von 13 zu 12 Stimmen gegen Michael Kleinbongartz durchsetzen. Zuvor hatte er bei der Wahl zum Spitzenplatz auf der Reserveliste einmal die absolute Mehrheit verfehlt, danach hatte es ein Patt an Stimmen gegeben.

Dass Ratsmitglied Kleinbongartz überhaupt gegen Lüttinger kandidierte, stellte sich erst während der Versammlung heraus. Parteimitglied Michael Dorfmüller schlug Kleinbongartz als weiteren Kandidaten vor, weil er mit der Art, wie die Remscheider FDP "mit der Gestaltungsmehrheit Politik macht", nicht zufrieden sei. Kleinbongartz stehe für eine andere Richtung.

Lüttinger verteidigte die Zusammenarbeit mit Rot-Grün im Remscheider Rathaus als "pragmatische Lösung", die erstmals nach vielen Jahren einen genehmigten Haushalt ermöglicht habe. Und sollte er nicht auf Platz eins der Reserveliste gewählt werden, würde er überhaupt nicht mehr kandidieren.

Michael Kleinbongartz bezeichnete die Lage der Remscheider FDP als "sehr ernst". Die liberale Stimme fehle. "Wir müssen vor Ort präsent sein, um wieder eine neue Basis für die Partei zu schaffen." Die Parteimitglieder zeigten sich vom unerwarteten Verlauf ihrer Kreiswahlversammlung irritiert. Gleichzeitig wurde anhand einiger Anmerkungen deutlich, dass sich viele Mitglieder ein klareres Profil ihrer Partei wünschen. "Wofür steht die FDP in Remscheid?", war eine mehrfach gestellte Frage.

Vor allem wurden die Kandidaten nach ihren Präferenzen für eine mögliche Koalition in der nächsten Wahlperiode befragt. Beide gaben vor, mit jedem verlässlichen Partner zusammenarbeiten zu wollen. Bezüglich der aktuellen Ampelkoalition im Remscheider Rat sagte Wolf Lüttinger: "Wenn diese Konstellation die Mehrheit hätte, habe ich die Erfahrung gemacht, dass sie funktioniert." Probleme mit der CDU, wie ihm noch am Freitag von der Partei- und Fraktionsspitze der Christdemokraten unterstellt worden war, habe er nicht. Nachdem er mit seiner Kandidatur gescheitert war, nahm Kleinbongartz seine Wahl für den fünften Listenplatz (22 Ja-Stimmen) nicht an. "Ich habe deutlich gemacht, dass die Informationspolitik der Fraktion eine Katastrophe war. Wenn nun der bisherige Fraktionsvorsitzende auf dem ersten Listenplatz und der Fraktionsgeschäftsführer auf dem zweiten Platz kandidieren, macht für mich die Arbeit in der Ratsfraktion keinen Sinn mehr." Auf Platz zwei wurde Fraktionsgeschäftsführer Philipp Wallutat (22 Ja-Stimmen) gewählt. Auf Platz drei und vier der Reserveliste werden Hans-Lothar Schiffer und Dorothea Schlächter kandidieren, die beide von 25 Parteimitgliedern gewählt wurden.

(bona)