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FDP in Remscheid: Wahlkampf an der Autoscheibe

FDP in Remscheid : Wahlkampf an der Autoscheibe

Die FDP hatte am Samstag einen Drive-in-Stand auf dem Schützenplatz aufgebaut. Einen Tag vor der Kommunalwahl soll es das Angebot noch einmal geben.

Ein freundliches Lächeln, ein höfliches Abwinken durch die Seitenscheibe des Wagens – aller Anfang ist eben schwer. Das Verhalten der Autofahrer am Drive-in-Infostand der Freien Demokraten (FDP) am Samstag auf dem Remscheider Schützenplatz war zu Beginn eher zurückhaltend. Kurz nach dem Aufbau der beiden gelben Zelte fahren die meisten noch einfach daran vorbei. Auch die netten Give Aways der Partei – ein Jutebeutel mit Info-Material und selbst hergestellter Honig von FDP-Spitzenkandidat Sven Chudzinski – konnten sie nicht zum Anhalten bewegen.

Doch die Parteimitglieder zeigten sich optimistisch. „Das ist einfach erst einmal ein Versuch und wir schauen, wie das angenommen wird“, erklärte Chudzinski. Denn in Corona-Zeiten gestaltet sich der Wahlkampf im Vorfeld der Kommunalwahl für die Politiker schwieriger. Um potenzielle Wähler anzusprechen oder auch Parteianhänger zum Urnengang am 13. September zu motovieren, müssen kreative Ideen genutzt werden.

Der Drive-in-Stand als zusätzliches Angebot neben normalen Infoständen in den Stadtteilen sowie der Social Media-Arbeit ist eine davon. Angesprochen werden sollen damit vor allem diejenigen, die aufgrund des Corona-Virus auf Abstand gehen. Für Schutz und Hygiene wurde gesorgt: Alle anwesenden FDP-Mitlieder trugen eine Maske. Regelmäßig desinfizierten sie sich die Hände.

Als „erfrischend“ bezeichnete Axel Kolodziej, Spitzenkandidat für die Bezirksvertretung (BV) Lüttringhausen, die Idee. Das bestätigten auch Christian Arntzen (Kandidat BV Lüttringhausen), Torben Clever (Spitzenkandidat Lennep) und Sven Stamm (Spitzenkandidat Süd).

Die Auswahl des Tages war dabei kein Zufall, sondern eine ganz bewusste Entscheidung. Denn Samstag war auch wieder die Grünabfallsammlung der Technischen Betriebe Remscheid auf dem Schützenplatz und die Frequenz entsprechend hoch. Der Wagen von Familie Schulte aus Lüttringhausen war dann der erste, der am Drive-in-Stand hielt. Das Ehepaar, das seinen Grünschnitt zum Schützenplatz gebracht hatte, saß bequem in seinem Auto, während es mit Chudzinski am offenen Fenster plauderte.

Die Tasche mit dem Info-Material haben sie ebenfalls entgegengenommen. Die Idee des neuartigen Infostandes finden sie gut, sagten beide. Ein bestimmtes Thema hatte das Paar allerdings nicht auf dem Herzen. Aus den bisherigen Gesprächen mit Bürgerinnen und Bürgern weiß Sven Chudzinski, dass viele Remscheider aufgrund der Krise Existenzängste plagen. Doch auch die Themen Gewerbe- sowie Wohnbauflächen brennen den meisten unter den Nägeln.

Nach zwei Stunden auf dem Schützenplatz ziehen die Freien Demokraten eine positive Bilanz: Rund 40 Autos und sogar ein Trecker hatten Chudzinski zufolge am Stand gehalten. Zum Teil seien auch inhaltlich tiefergehende Gespräche geführt worden. Deshalb soll der Drive-in-Stand einen Tag vor der Kommunalwahl, also am 12. September, noch einmal angeboten werden.