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Remscheid: Familienforschung fürs digitale Zeitalter

Remscheid : Familienforschung fürs digitale Zeitalter

Bergischer Verein für Familienkunde hat Remscheider Einwohnerverzeichnis von 1831 in den Computer übertragen

Der Geschichte der eigenen Familie nachzugehen ist eine spannende, aber auch manchmal äußerst mühselige Angelegenheit. Hans-Walter Spitzer und Carsten Pick vom Bergischen Verein für Familienkunde haben Ahnenforschern nun einen Teil der aufwendigen Arbeit abgenommen, indem sie das älteste Einwohnerverzeichnis Remscheids aus dem Jahr 1831 abtippten und als digitale Quelle verfügbar gemacht haben. Es gibt unter anderem Auskunft darüber, welcher Einwohner in welchem Haus gelebt hat, was er von Beruf war und welcher Konfession er angehörte.

Suchmaske öffnen, Namen eintippen, die Ergebnisse sichten - so einfach ist die Familienforschung 1.0 im digitalen Zeitalter. Wie viel Arbeit davor nötig war, wissen Spitzer und Pick. Spitzer fotografierte im Stadtarchiv die Seiten des Verzeichnisses ab, Pick entzifferte die alte Schrift und übertrug alles in eine Excel-Tabelle.

Ein halbes Jahr verzeichnete er die 9 410 Personen, die in 1 046 Häusern lebten. "Das macht 8,9 Bewohner pro Haus", sagt der passionierte Genealoge, der mit Statistik noch mehr aufdeckte. So lebten etwa im damaligen Armenhaus in der Lobach sogar 64 Personen unter einem Dach. "Es muss wirklich ein immenser Aufwand gewesen sein, das Buch abzutippen", meint der Leiter des Historischen Zentrums, Andreas Wallbrecht, der den Wert der ehrenamtlichen Arbeit betont.

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Der Aufwand hat sich gelohnt und bietet ein ganzes Bündel an Vorteilen. "Das Einwohnerverzeichnis ist nicht alphabetisch aufgebaut", erklärt die Leiterin des Stadtarchivs, Viola Schwanicke. Die Einträge sind stattdessen nach Hausnummern sortiert, so dass Forscher die Archivalie hätten komplett durchsuchen müssen. Das wäre nicht nur eine undankbare Aufgabe gewesen, sondern hätte dem wertvollen Zeitzeugnis unnötig Schaden zugefügt. Jetzt kann jeder Ahnenforscher bequem vom heimischen Rechner aus auf das digitale Dokument zugreifen, die Archivalie schonen und die zusätzlichen Funktionen nutzen.

Letztlich stellt auch die Deutsche Schrift, die 1831 üblich war, den modernen Leser vor Probleme. "Nur die älteren Generationen haben die Schrift vielleicht noch in der Schule gesehen", sagt Schwanicke. Sie betont, dass immer mehr junge Menschen Interesse an der eigenen Familiengeschichte zeigen. Ohne Vorkenntnisse kann der heutige Leser aber selbst gängige Namen in Deutscher Schrift kaum entziffern.

Kostenlose Datei gibt es auf "http://www.bvff.de/html/einwohnerbuch_remscheid_1831.html" .

(hathi)