Remscheid: Familienfest der Kunstszene

Remscheid: Familienfest der Kunstszene

Gundis und Heinz Friege dokumentieren ihren 20-jährigen Einsatz für die Konkrete Kunst in der städtischen Galerie.Die Eröffnung der Ausstellung versammelte am Samstag viele Weggefährten.

Helmut Bruchs rot leuchtender Scheibenkreis war eine warme Sonne im Foyer der Städtischen Galerie am Samstagnachmittag und manchen Besuchern wie ein Symbol für die warme, freundschaftliche Energie, mit der Gundis und Heinz Friege die vielen Künstlerinnen und Künstler begrüßten, die zum 20-jährigen Bestehen ihrer „Werkstatt-Galerie“ gekommen waren.

Ein „Familienfest“ der Konkreten Kunst-Szene war mitzuerleben, das Wiedererkennen, die neue Begegnung mit den einzelnen Werkgruppen und ihren Schöpfern, die Fragen zu ihrer Weiterentwicklung prägten die lebhaften Gespräche. Diskussionen entstanden vor einzelnen Bildern, Fragen, Mitfreuen, gegenseitige Hochachtung – zu spüren war eine außerordentliche Gelegenheit für Künstler und Freunde der Galeristen, die seit 20 Jahren dreimal im Jahr ihr kleines Haus in der Hindenburgstraße für den so weiten Kosmos dieser, von ihnen engagiert geförderten Kunstrichtung öffnen.

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Wie der Weg durch ein Gesamtkunstwerk, in dem jede einzelne Arbeit an ihrem jeweiligen Platz einen bestimmten Aspekt dieser Kunst der äußersten Präzision bestimmt. Quadrate in der Fläche, aus Latten gebaute, kunstvoll sich eindrehende Pyramiden, irisierende Farbscheiben, Vibrationen durch dreifach gebrochene Winkel, Spiegelungen, Farbfeld-Dialoge, Horizontale Schichtungen, Vertikale Verstrebungen: jedes Werk ist ein Zeugnis der beharrlichen Auseinandersetzung eines künstlerischen Temperaments mit geometrischen und mathematischen Grund-Gesetzen, mit der immer neuen Aufgabe, das zu zeigen, was Punkt, Linie, Fläche und Form allein vermögen, hier und jetzt, in dem Objekt, auf der Bildebene, die sich dem Betrachter entgegenstellt. Sonst nichts, und doch eine unendlich scheinende Welt der Form.

Das konsequent hohe, künstlerische Niveau habe die ehrenamtlich, ganz unkommerziell geführte Arbeit von Gundis und Heinz Friege für Künstler so attraktiv gemacht, sagte Heidi Bierwisch, Leiterin des Forums Konkrete Kunst Erfurt und Karl Heinz Humpert, Vorsitzender des Kulturausschusses Remscheid dankte den beiden für die besondere, „sehr konkrete“ Privatheit der Atmosphäre in ihrem Haus, die zwanglose Begegnung von Besuchern und Künstlern ermöglichte. „Auf dieses Lebenswerk können Sie stolz sein und darauf sind auch die Remscheider stolz“, dankte er den beiden. Die Ausstellung machte auch wieder einmal die besonders gut für Kunst-Präsentationen geeignete Atmosphäre der Städtischen Galerie deutlich.

(RP)
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