Lüttringhausen : Faire Kleidung auf Rädern

Wiebke Nauber aus Gruiten ist seit mehr als einem Jahr mit einem ehemaligen holländischen Postfahrzeug unterwegs und bietet fair gehandelte Kleidung an. Jetzt führte sie ihr Weg nach Lüttringhausen.

Der gelbe Transporter war nicht zu übersehen. Er parkte für einige Stunden vor dem F(l)air-Weltladen an der Gertenbachstraße in Lüttringhausen. Wiebke Nauber aus Gruiten ist seit mehr als einem Jahr mit dem ehemaligen Paketzustellfahrzeug der holländischen Post unterwegs und bietet fair gehandelte Kleidung an. Zum ersten Mal machte sie nun in Remscheid Station.

In der bundesweiten „Fairen Woche“ hatte die ökumenische Initiative Lüttringhausen, die seit fast 20 Jahren den Weltladen in der Altstadt betreibt, den Tag der „fairen Kleidung“ gewidmet. Wiebke Nauber, früher Mitarbeiterin bei einer Evangelischen Kirchengemeinde, hatte ein Trip nach Hamburg auf die Idee mit der mobilen Boutique gebracht. In der Hansestadt fand sie viele Geschäfte mit fair gehandelter Kleidung. „Bei uns muss man lange suchen.“

Der 6,5-Tonner, der in Holland außer Dienst gestellt worden war, passte genau zu ihren Vorstellungen. Gemeinsam mit ihrem Mann Andreas baute sie in Eigenarbeit den ehemaligen Paketwagen um und taufte ihn auf den Namen „Das Gefairt“.

Jetzt stapeln sich übersichtlich sortiert Jeans und Pullover in geräumigen Fächern, an den Stangen hängen Blusen, Kleider, Shirts und Tuniken. Die Kleidungstücke für die Damen findet man rechts, links gibt es Herrenmode meist in konservativem Dunkelblau und Grau. Neben Polohemden und T-Shirts sind auch Oberhemden da, auch in weiß zum seriösen Businessanzug passend. Renner bei den Herren sind allerdings die Shirts mit den Fahrradmotiven. „Die gehen immer,“ sagt Nauber. Ihr Kunde schwankte noch zwischen L und XL und wartet darauf, dass die Umkleide am Heck frei wurde.

„Bei den Kindersachen sind in diesem Jahr die Pinguine angesagt.“ Wiebke Nauber zeigte ein paar Shirts in Kindergrößen vor. Da war sogar der Pinguin auf dem Fahrrad. Die angebotenen Kleidungsstücke tragen unterschiedliche Modelabels. „Das größte Angebot finde ich auf der Innatex in Frankfurt. Das ist eine Messe für fair gehandelte Kleidung“, sagte Nauber. Die Materialien sind Baumwolle, Hanf, Bambus, Merinowolle und Mischungen daraus. Alles aus überprüftem und zertifiziertem Anbau.

Gerade läuft die Sommerkollektion aus, die ersten warmen Wintersachen sind da. Jetzt gibt es auch mal was zum Schnäppchen-Preis, wie die sommerlichen Achselshirts für zwölf Euro. Ein leichter Pullover mit langen Ärmeln aus Hanf und Baumwolle kostet 52 Euro.

Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen des F(l)air-Weltladens sind am Nachmittag die ersten, die sich bei Wiebke Naubers mobilem Angebot umsehen. Da wird nicht nur geschaut, sondern auch gekauft. Und manches Stück wird für die Tochter und die Enkelin mitgenommen. Wiebke Nauber möchte gern auch junge Kundschaft anlocken. „Aber die fair gehandelten Sachen haben den Ruf, spießig zu sein.“ Sie baut darauf, dass es sich herumspricht, dass fair gehandelt durchaus auch hip sein kann. Die Gruitenerin lässt sich mit ihrem „Gefairt“ gern einladen. Denn den Transporter einfach abzustellen und dann Waren anzubieten, ist verboten. Die ökumenische Initiative hat Gebühren dafür an die Stadt entrichtet.

Mehr Infos im Internet unter:
www.dasgefairt.de