1. NRW
  2. Städte
  3. Remscheid

Autokorso: Fahrer provozieren Polizei

Autokorso : Fahrer provozieren Polizei

Mit Autokorsos feierten Remscheider Türken am Sonntagabend den Wahlsieg des türkischen Präsidenten Erdogan.

Laut Polizei und alevitischer Gemeinde ging es dabei nicht nur friedlich zu. Beide berichten von Provokationen, die Aleviten zudem von Beleidigungen und Drohungen. Am frühen Abend gab es die ersten Siegesmeldungen aus Ankara. Gegen 21 Uhr, so berichtet es die Polizei, versammelten sich die ersten Autofahrer am Schützenplatz. Unter der türkischen Nationalflagge fuhren sie hupend durch die Innenstadt. Die Polizei tolerierte das, wie sie auch die Autokorsos nach Spielen der jeweiligen Nationalmannschaft toleriert.

Allerdings musste sie wegen diverser Verkehrsverstöße einschreiten und zusätzliche Kräfte der Einsatzhundertschaft aus Wuppertal anfordern. „Einige Fahrzeugführer waren viel zu schnell unterwegs“, so Sprecherin Anja Meis. Dazu kam es zu Provokationen. Unter anderem sollen Korsoteilnehmer den Wolfsgruß der Grauen Wölfe gezeigt haben. Der NRW-Verfassungsschutz führt die Vereinigung als rechtsextreme türkische Organisation.

Die Polizei richtete Kontrollstellen ein, um die Autofahrer aus dem Verkehr zu ziehen. Auf die Ermahnungen der Beamten zeigten sich die Fahrer wenig einsichtig. Zwar sei es nicht zu Handgreiflichkeiten gekommen, aber die Diskussionen verliefen „nicht immer höflich“, berichtet Anja Meis. Davon berichtet auch Metin Arslanoglu, Vorsitzender der Alevitischen Gemeinde. Die hatte ihren Tag der offenen Tür und war mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Plötzlich seien ihre Mitglieder aus fahrenden Autos beschimpft, beleidigt und bedroht worden.