Fabricius-Klinik ist in Remscheid „nicht wegzudenken“

Klinik in der Brüderstraße : Sana: Fabricius ist „nicht wegzudenken“

Regionalgeschäftsführer Christian Engler zog im Sozialausschuss eine Zwischenbilanz. Er sieht den Bestand und die Qualität der Fachklinik nach der Übernahme für die Zukunft gesichert.

Gut ein Jahr nach der offiziellen Eingliederung der Fabricius-Klinik in den Sana-Konzern hat Regional-Geschäftsführer Christian Engler jetzt eine positive Zwischenbilanz gezogen. Die Klinik an der Brüderstraße mit den Schwerpunkten Geriatrie und Orthopädie biete „exzellente Medizin“ und sei aus der Stadt und der Region „nicht wegzudenken“, sagte der Verantwortliche von Sana für NRW am Dienstagabend in einer Sitzung des Ausschusses für Soziales, Gesundheit und Wohnen.

In seinem Bericht ging er auch auf die von der Wählergemeinschaft (W.i.R.) in einer Anfrage geäußerten Sorge ein, ob die „weithin bekannte und geschätzte“ Fachklinik weiterhin in ihrem Leistungsspektrum bleiben kann. Dies konnte Engler klar bejahen. In beiden Bereichen biete das Krankenhaus, das Sana von der Cherubine-Willimann-Stiftung gekauft hatte, eine „außerordentlich gute Leistung“. Was die Zahlen der Operationen, etwa im Bereich Endo-Prothetik, angehe, sei die Fabricius-Klinik in der Region führend. In der Folge des Zusammenschlusses habe Sana die orthopädische Leistungen in Remscheid in der Brüderstraße gebündelt, um Synergien zu erzielen.

Engler stellte heraus, dass die Fabricius-Klinik ohne Partner auf dem immer härter umkämpften und durch Gesetzesvorgaben reglementierten Markt keine Zukunft gehabt hätte. Rund eine Million Euro habe Sana seit der Übernahme in die Klinik investiert, etwa in „deutlich bessere Zimmer“ für die Patienten. „Das hatte das Haus dringend nötig.“

Am Anfang habe es bei den Mitarbeitern an der Brüderstraße eine ganze Menge Angst gegeben“, was die Folgen der Übernahme in den Sana-Konzern betreffe. Engler sprach von einem „nicht einfachen Start“. Mittlerweile aber habe man „gut zusammengefunden“. Zwei Jahre veranschlagt er insgesamt für den Prozess des Zusammenwachsens.

Der gute Ruf des Krankenhauses in der Region sei ein Standortvorteil für Remscheid, sagte Waltraud Bodenstedt (W.i.R.), Das habe auch mit der guten Qualität der Pflege zu tun. Ob hier Veränderungen geplant seien, wollte die Ratsfrau wissen.

„Es wäre Blödsinn, Personal abzubauen“, sagte Engler. Im Gegenteil sei Sana froh um jede Kraft, die man halten könne. Weil es zu wenig ausgebildetes Pflegepersonal auf dem Markt gebe, buhlten die Einrichtungen um sie, um die strengen Vorgaben von Bundes-Gesundheitsminister Jens Spahn zu erfüllen. Dessen Gesetzgebung schreibt Mindestbesetzungen auf den Stationen vor. Würden diese unterschritten, werden Strafen fällig. Wer in einer solchen Situation Personal verliere, müsse sich Leihpersonal einkaufen. 20.000 Euro Lock-Prämie für diese Kräfte werden aktuell aufgerufen. „Das wird teuer.“

Vor diesem Hintergrund wertete es die neue Geschäftsführerin der Fabricius-Klinik, Ines Grunewald, als Erfolg, dass die Fachklinik in Alt-Remscheid in den vergangenen drei Monaten bei den Pflegekräften nur drei Abgänge zu verzeichnen hatte. Darunter waren zwei Mitarbeiter, die in den Ruhestand gegangen sind.

In seinem Eingangsstatement schilderte Engler ein Gesundheitssystem, das, bedingt durch die Vorgaben der Politik, vor einem radikalen Umbruch stehe. So sei es das Ziel der Landesregierung in Düsseldorf, die „Überversorgung“ in den Städten abzubauen, und im Gegenzug die ländlichen Bereiche deutlich zu stärken.

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