Europawahl 2024 in Remscheid CDU gewinnt klar – Grüne stürzen ab – SPD vor AfD

Remscheid · Die CDU wird bei der Europawahl stärkste Kraft in Remscheid. Die drei Ampelparteien, die auch im Stadtrat ein Bündnis haben, verlieren allesamt. Mit Abstand am deutlichsten trifft es allerdings die Grünen. Was alle gemeinsam schockt: Die AfD legt deutlich zu.

So hat Remscheid gewählt.

So hat Remscheid gewählt.

Foto: RP

Die CDU ist wie im Bund auch in Remscheid Gewinner der Europawahl 2024. Mit 30,77 Prozent der abgegeben Stimmen liegt die Partei deutlich vor der SPD und den Grünen, die mit 10,37 Prozent als klarer Verlierer aus der Wahl hervorgehen. Ihr großer Aufschwung in der Wählergunst hatte mit der Europawahl vor fünf Jahren begonnen. Es war unter anderem die Zeit von „Fridays for Future“-Demos auf dem Rathausplatz. Mit 21,4 Prozent der Stimmen hatten die Grünen im Mai 2019 bei der Europawahl ihr mit Abstand bestes Ergebnis in Remscheid geholt und noch vor der SPD gelegen. Die hat sie nun nicht nur in Remscheid, sondern auch in Europa wieder eingeholt und klar abgehängt. Und fast noch wichtiger: Die Sozialdemokraten (17,65) liegen am Ende anders – als im Bund – vor der AfD (15,26), die deutlich zulegt.

„Super zufrieden“ mit dem Ergebnis seiner Partei zeigte sich CDU-Parteichef Mathias Heidtmann. Bis zur Kommunalwahl im kommenden Jahr sieht er „noch Luft nach oben“. Die Chance, dass die CDU im dritten Anlauf die Zeit der Ampel-Mehrheiten im Rathaus beendet, sei erkennbar. Trotz sehr gutem Ergebnis wurde bei der CDU am Abend aber noch gezittert. Denn zum Zeitpunkt des Telefonats mit der Redaktion war nicht ganz klar, ob die auch für Remscheid angetretene Europa-Kandidatin Miriam Viehmann den Sprung nach Brüssel schafft.

Die einzige Wahlparty an diesem Abend findet bei der SPD an der Elberfelder Straße statt. Viele Jusos bestimmen hier das Bild – und zunächst die Stimmung. Der Zuwachs für die AfD sorgt für lange Gesichter. In Remscheid sei die AfD im Stadtbild nicht präsent, werde aber „trotzdem gewählt“, sagt Geschäftsführer Antonio Scarpino. Unterbezirks-Vize Ralf Gassen hält angesichts der „sehr bedenklichen Entwicklung“ ein bundesweites Parteiverbot weiterhin für eine Option. Der Vorsitzende Jörg-Dieter Krause erkennt eine „Trumpisierung“ der Politik. Dreistigkeit komme an.

Von „hängenden Gesichtern“ bei den Remscheider Grünen berichtet der Kreisverband-Vorsitzende Lars Jochimsen. Dass die Grünen in der Berliner Ampel viele schwierige Entscheidungen im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine hätten treffen müssen, habe viel Rückhalt der Wähler vor Ort gekostet. Auch der Umgang mit Habecks Heizungsgesetz habe wehgetan. Ziel bis zur Kommunalwahl in 2025 müsse es nun sein, die lokalen Projekte der Ampel besser herauszuarbeiten. Themen wie die bessere Integration in den Arbeitsmarkt müssten angegangen werden.

Die Wahlbeteiligung war etwa so hoch wie vor fünf Jahren. Nach einer Rundreise durch die Wahllokale zog Wahlleiterin Barbara Reul-Nocke (CDU) schon am Nachmittag eine positive Bilanz. Gegen 16 Uhr lag die Wahlbeteiligung bei 52 Prozent. Am Ende waren es 56,06.

 Der Juso-Vorsitzende Daniel Pilz (links) verfolgt mit Mitstreitern ein TV-Interview mit Alice Weidel.   Foto: Henning Röser

Der Juso-Vorsitzende Daniel Pilz (links) verfolgt mit Mitstreitern ein TV-Interview mit Alice Weidel. Foto: Henning Röser

Foto: RP/Henning Röser

Anders als bei den Kommunal- oder Bundestagswahlen oder für den Düsseldorfer Landtag gab es am Sonntag keine öffentliche Wahlveranstaltung der Stadt Remscheid im Ämterhaus, bei der die Bürger die eingehenden Ergebnisse aus den Stadtteilen präsentiert bekamen. Als Grund dafür nannte Cordula Post, Leiterin des Wahlamtes auf Nachfrage, dass keiner der zur Wahl stehenden Kandidaten aus Remscheid komme. Zuletzt hatte auch bei den anderen Wahlen der Zuspruch der Bürger nachgelassen.

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