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Ernst-Otto Mähler: „Ich trete wieder zur Wahl an“

Interview Ernst-Otto Mähler : „Ich trete wieder zur Wahl an“

Ernst-Otto Mähler (SPD), Bezirksbürgermeister von Alt-Remscheid, spricht über seine Ziele für 2020.

Herr Mähler, was bringt 2020 für den Stadtbezirk Alt-Remscheid?

Mähler Nur Gutes, hoffe ich. Im Grunde haben wir es 2020 mit den gleichen Themen zu tun, die uns schon im vergangenen Jahr beschäftigt haben. Das ist der geplante Umbau der Alleestraße und des Friedrich-Ebert-Platzes sowie die Sanierung der Werkzeugtrasse. Es geht mir nur mit allem ein bisschen zu langsam voran.

Was genau dauert Ihnen zu lange?

Mähler Wir haben die Alleestraße zum Sanierungsgebiet erklärt. Doch bis es dort zu sichtbaren Veränderungen kommt, vergehen Jahre. Wir haben diese Zeit aber nicht. Es hätte auf der Allee längst etwas geschehen müssen.

Es reiht sich dort Leerstand an Leerstand. Hand aufs Herz: Ist die einst stolze Einkaufsmeile aus Ihrer Sicht noch zu retten?

Mähler Nein, ich glaube, als Einkaufsmeile ist die Alleestraße nicht mehr zur retten. Wir müssen versuchen, die untere Allee zum Wohnbereich zu machen, dazu könnte vielleicht ein Ärztehaus oder Rechtsanwaltskanzleien kommen.

Von Wohnen auf der Allee hat schon der frühere Chefstadtplaner Hans Gerd Sonnenschein gesprochen. Der ist 2013 in den Ruhestand gegangen.

Mähler Ja. Es dauert alles zu lange. Auch deshalb verliert die Politik bei der Bevölkerung an Ansehen. Die Unzufriedenheit wächst. Die Menschen sagen: Es passiert nichts. Und sie haben recht damit.

Mitte 2017 sind ein Manager und ein Architekt angetreten, um die geplante Revitalisierung der Remscheider Innenstadt voranzutreiben. Bis 2019 hatten sie zwölf Hausbesitzern zu Fördermitteln für die Sanierung ihrer Gebäude verholfen. Ist das nicht eine zu magere Bilanz?

Mähler Ja, das ist eine magere Bilanz. Dafür, dass die die ganze Zeit dort gesessen haben. Dabei liegt das vermutlich gar nicht an den Leuten, ich will das deshalb auch nicht als Vorwurf verstanden wissen. Wir haben es auf der Allee leider mit vielen Immobilienbesitzern zu tun, die nicht in Remscheid leben und denen es herzlich egal ist, wie ihre Gebäude aussehen.

Dem Immobilienfonds, dem der frühere Sinn-Leffers gehört zum Beispiel?

Mähler Ja. Ich höre immer wieder einmal, dass sich dort etwas tue. Am Ende ist doch nie etwas dabei herausgekommen.

Der Umbau des Friedrich-Ebert-Platzes ist kein frommer Wunsch mehr, sondern beschlossene Sache. Sind Sie zufrieden mit dem Ergebnis?

Mähler Ich muss ehrlich sagen, dass mich kein Entwurf vollends begeistert hat. Nun hat der Stadtrat aber eine demokratische Entscheidung getroffen, die wir gemeinsam vertreten müssen. Wir werden zudem in der Bauphase Einfluss nehmen. Zum Beispiel werden zur Südseite schöne Sitzflächen entstehen.

Zudem wird der Fußgängertunnel zum Ämterhaus beziehungsweise Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium verschwinden. Eine gute Entscheidung?

Mähler Ich hatte zunächst Sicherheitsbedenken. Ich habe mich aber von den Verkehrsexperten überzeugen lassen. Tunnel sind Angsträume und werden immer schmutzig sein. Wir müssen die Fußgänger an der Oberfläche belassen. Zwei Ampeln sollen künftig als Querungshilfen dienen.

Eins ihrer Lieblingsprojekte ist die Trasse des Werkzeugs.

Mähler Ja, manche sagen ja auch, die sei mein Hobby. Das ist aber Quatsch.

Aber die Trasse beschäftigt Sie. Warum?

Mähler Die Trasse ist 2006 gebaut worden. Und dabei sind dort eine Reihe von Dingen hingestellt und angelegt worden, nur über die Pflege hat sich niemand Gedanken gemacht. Deshalb gammelt da heute ein Schulgarten vor sich hin, über den die Passanten sich zu recht aufregen. Da muss also etwas geschehen. Damit nicht auch das ewig dauert, bitte ich die Bürger um konkrete Vorschläge – am 22. Januar ist deshalb Bürgersprechstunde in Hasten.

Also noch eine Baustelle?

Mähler Ja, dabei haben wir über die wichtigste Baustelle noch gar nicht gesprochen.

Die da wäre?

Mähler Der Hauptbahnhof. Sie haben über die Zerstörungen vor Weihnachten berichtet. Wir müssen endlich eine Handhabe gegen diejenigen finden, die dort randalieren und den Steuerzahler viel Geld kosten.

Was schwebt Ihnen vor?

Mähler Videoüberwachung. Anders bekommen wir das Problem nicht in den Griff.

Es gibt dort bereits Kameras. Die allein haben aber noch keinen Randalierer abgeschreckt. Sie brauchen mithin auch Personal, das bei Vandalismus sofort einschreiten kann. Und das ist teuer.

Mähler Ja. Dennoch muss es doch Möglichkeiten geben. Mir wäre es am liebsten, die Kameras wären bei der Polizei aufgeschaltet.

Herr Mähler, 2020 sind Kommunalwahlen. Treten Sie erneut für den Rat, die Bezirksvertretung und als Bürgermeister für Alt-Remscheid an?

Mähler Man soll sich ja persönlich nicht so wichtig nehmen. Und ich möchte auch nicht erleben, dass die Leute angesichts meines Alters irgendwann mal sagen: Was will der denn noch hier? Aber die Sache macht mir Spaß und ich erfahre auch viel Zuspruch von Menschen, die sagen: Otto, mach weiter. Ich möchte deshalb für die nächste Ratsperiode wieder antreten und gern auch wieder Bezirksbürgermeister von Alt-Remscheid werden.

(Boll)