Heinrich-Neumann-Schule: Ende einer 23-jährigen Dienstreise

Heinrich-Neumann-Schule: Ende einer 23-jährigen Dienstreise

Harald Sellner verlässt die Heinrich-Neumann-Schule. Der Konrektor geht in den Ruhestand und wurde jetzt verabschiedet. Kollegen und Schüler lobten ihn als verständnisvollen und vertrauenswürdigen Pädagogen.

Harald Sellner, Konrektor der Heinrich-Neumann-Schule an der Engelbertstraße, ist gestern in den Ruhestand verabschiedet worden. "Nett, cool, witzig, aktiv, hilfreich, schlichtend, lösungsorientiert, ein lieber, aufrichtiger Mensch - das alles habe ich bei meinem Rundgang durch die Unterstufe über dich gehört", sagte Schulleiter Christian Knies. Zuvor hatte er Freunde und Bekannte, Eltern und Schüler zur Verabschiedung im kleinen Rahmen - "mehr Raum gibt unsere Schule nicht her" - begrüßt.

Als junger Lehrer hatte Sellner am 1. Februar 1995 an der Förderschule begonnen. Und immer eine klare, pädagogische Linie geführt. Er habe die Schule nach außen geöffnet und auch Politiker eingeladen, die Schule kennenzulernen. "Die Schüler haben ein tiefes Vertrauen zu Dir gefunden. Wir werden Dich vermissen, aber nicht aus den Augen verlieren", versprach der Schulleiter.

"Wir kennen uns ja schon ewig", begann Schulrätin Brigitte Dörpinghaus ihre Rede. Von Sellners unkonventioneller, ruhigen Art, immer seinen Schülern zugewandt, dabei konsequent und gelassen, sei sie sehr beeindruckt gewesen. "Wer Beratung brauchte - auch beim Thema Inklusion, als es das offiziell noch gar nicht gab - der wandte sich an dich." Der Gedanke der Vernetzung sei ihm immer wichtig gewesen. Er sei ein richtiger Kümmerer mit ruhigem Humor gewesen. "Und Du bist ein Kunstliebhaber, fokussiert auf die Werke von Heinrich Neumann", sagte Dörpinghaus und überreichte dem Weinliebhaber auch eine Flasche Wein.

Nach einem feurigen Trommelspiel boten Lehrer und Schüler noch einen griechischen Tanz, bevor die Kinder der Unterstufe Gedichte aufsagten. Da hieß es unter anderem: "Herr Sellner ist sehr nett und streng - er passt auf Kinder auf." Ein anderer erklärte: "Er ist super in seiner Arbeit. Und witzig. Außer, wenn er sauer ist." Gerührt umarmte Harald Sellner die Kinder, als sie ihm die Gedichte zur Erinnerung überreichten. Mit der sprechenden Stoffpuppe Lisa auf dem Arm verabschiedete sich Uta Wiesemann, deren Sohn Noah die Schule besucht, im Namen der Schüler und der Eltern. "Wo geht er denn hin, wenn er jetzt weggeht? Ins Dschungelcamp?", wollte die neugierige Lisa zur Erheiterung des Publikums wissen.

  • Realschule : In den Ruhestand verabschiedet

Von zehn Kindern bekam der Konrektor eine Blume überreicht, während Uta Wiesemann Dinge aufzählte, die den "ganz besonderen Konrektor" auszeichnen: "Danke, dass Sie Krisen gemanagt haben, jedes Kind da abgeholt haben, wo es steht, Streit geschlichtet und Visionen hatten", hieß es.

Die Mittelstufe hatte sich für ihn ein Märchen ausgedacht, das von einem Schloss Engelbert erzählte, indem "Herr Sellner aus Kindern schlaue Kinder macht". Immer wieder ist der denkwürdige Satz zu hören, den Sellner in der Vergangenheit wohl mehr als einmal zu seinen Schülern gesagt hat: "Überleg doch mal, was Du für die Schule tun könntest." Schülersprecher Emre Öczan überreicht ihm zum Schluss ein Porträt von Heinrich Neumann, in dem 3000 kleine Fotos von Harald Sellner eingearbeitet waren.

Harald Sellner hat sein Haus in Remscheid verkauft und wird seine Zeit als Privatier mit seiner Ehefrau Heide in Andernach verbringen. "In einer Wohnung mit Blick auf den Rhein", sagt er und ist sich sicher, auch wieder politisch aktiv zu werden. "Ohne das geht es nicht."

(RP)