Remscheid Einfaches Frühwarnsystem gegen Keime

Remscheid · Rote Hand – ein Aufkleber soll Helfer, Pfleger und Besucher in Kliniken, Praxen und Pflegeheimen warnen und schützen.

Rote Hand — ein Aufkleber soll Helfer, Pfleger und Besucher in Kliniken, Praxen und Pflegeheimen warnen und schützen.

Der Aufkleber "Rote Hand" ist ein "Remscheider Baby" und geht nach zwei Jahren nun in die zweite Auflage. Entwickelt wurde die Idee für den Aufkleber mit der hochgehaltenen Handfläche als Aufmerksamkeitssignal, der in Krankenhäusern, bei Arztpraxen, Rettungsdiensten und Pflegeeinrichtungen zum Einsatz kommt, vom Roger-Netzwerk Remscheid (Regionale Offensive gegen Erreger mit Resistenzen). Grund für das einzigartige Frühwarnsystem, das so in der Art nur in der bergischen Stadt verwendet wird, sind Problemkeime wie MRSA oder der Norovirus, die multiresistent sind und leicht an Dritte übertragen werden können.

Bei einer Überleitung, einer stationären Einweisung oder Transport eines Patienten, bei dem der Verdacht auf Problemkeimen besteht, wird der kleine Sticker auf den Kranken- oder Transportschein oder die Einweisungspapiere geklebt, so dass das Personal in der jeweiligen Einrichtung sofort ohne langes Studieren des Berichtes weiß, dass der Patient Erreger in sich tragen kann und bei der Behandlung besondere Vorsicht gilt, um eine Übertragung zu vermeiden. "Das ist keine Stigmatisierung des Patienten, sondern eine Qualitätsverbesserung", erklärt Frank Neveling, Gesundheitsamtsleiter in Remscheid. Durch den kleinen Aufkleber könne die Behandlungskette schneller in Gang gebracht und entsprechende Vorsorgemaßnahmen getroffen werden, um eine Ansteckung zu verhindern. "Insgesamt profitieren nicht nur der Patient und die Akteure im Gesundheitswesen, sondern auch die Mitpatienten", sagt Neveling. Die Methode sei einfach, günstig und effektiv, könnte aber nach Nevelings Geschmack noch deutlich häufiger verwendet werden. "Es ist wichtig, immer wieder darauf hinzuweisen", betont der Arzt. Die Finanzierung des ersten Nachdrucks übernimmt die Stadtsparkasse Remscheid, die bereits die Kosten für die erste Auflage trug. "Im Rahmen unseres gemeinschaftlichen Engagements unterstützen wird das Projekt auch gerne an dieser Stelle wieder", sagt Unternehmenssprecher Markus Kollodzey. Auch der Caritasverband Remscheid unterstützt das Roger-Netzwerk bei der wichtigen Aktion. "Der Aufkleber ist sofort sichtbar. Das ist eine gute Sache", sagt Hanspeter Braun, stellvertretender Vorsitzender der Caritas.

Effektives Mittel zur Vermeidung der Übertragung von Krankheitserregern bleibt allerdings eine anständige Handyhygiene durch eine Desinfektion.

(RP)
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