Eine Tanzshow der besonderen Art

Remscheid : Eine Tanzshow der besonderen Art

Das Odyssey Dance Theatre präsentierte 650 Besuchern im Teo Otto Theater die großartige Tanzshow "Jump!". Bei dem Auftritt stand die Musik der beiden Pop-Genies Michael Jackson und Prince im Mittelpunkt.

Von den Musikern Prince und Michael Jackson kann man lernen, was perfekte Unterhaltung ist. Dafür stehen ihre meisterhaften Songs, ihre bis ins letzte Detail durchgestylten Konzerte und Videos. Derryl Yeager, Chef des amerikanischen Odyssey Dance Theatre, war so frei, die Musik der beiden Pop-Genies zu nehmen und daraus einen atemberaubenden Tanzabend zu machen. Mit "Jump!" tourt seine in Salt Lake City beheimatete Truppe durch Europa.

Die Show sorgte im Nu für ein ausverkauftes Teo Otto Theater, und jede Tanznummer wurde von den über 650 Zuschauern lautstark beklatscht. Obwohl Prince und Jackson beide mit Soul und Funk begannen, entwickelten sie sich denkbar unterschiedlich weiter. So verschieden wie der Provokateur und der Hitlieferant erscheinen, so unterschiedlich waren auch die ihnen gewidmeten Choreographien. Dicht und konzentriert war der erste Teil. Die 26 Tänzer traten in einem Kostüm auf, das aus dem Prince-Film "Purple Rain" stammen könnte - Rüschenhemden, lilafarbene Mäntel und Spazierstöcke, mit denen alle Luftsprünge vorführten. Mit Solist Christian Espinel gab es sogar einen Prince-Doppelgänger.

Nach der leichtfüßig ausgeführten "Purple Rain"-Ballade war Party angesagt. Die Tänzer jauchzten ausgelassen, posierten wie Models im Rampenlicht oder hoben ihre Partnerinnen in lichte Höhen. Im Publikum brach Jubel aus, als die Tänzerinnen zu Funk-Rhythmen zu steppen begannen. In ein Farbenmeer getaucht, kam das Ensemble vor der Pause noch einmal zusammen. Aber das war noch gar nichts. Nicht nur weil Michael-Jackson-Klassiker wie "Billie Jean", "Bad" und "Earth Song" getanzt wurden. Das Programm startete direkt mit einer spektakulären Version von "Thriller", dem Superhit der 1980er-Jahre. Schaurige Friedhofsszenen waren im Hintergrund zu sehen, während grell geschminkte, zerlumpte Zombies die Bühne enterten. Man rechnete jeden Moment damit, dass sich Teile ihrer Körper selbstständig machten - so ausgreifend waren die Drehungen und Sprünge.

Temporeich und bunt ging es weiter, und jede Tanznummer brachte neue Kostümierungen. Zu den Klängen von "Workin' Day And Night" verwandelte sich das Ensemble in ein Dutzend Berufsgruppen und bewies unter anderem, dass man auch in Polizei- und Feuerwehruniformen elegant tanzen kann. Weiter ging es mit einer tiefen Verbeugung vor dem Tänzer Michael Jackson. Der hat den "Moonwalk" zwar nicht erfunden, aber perfektioniert. Den "Moonwalk", bei dem man scheinbar über dem Boden schwebt, beherrschte die Truppe ebenfalls.

Wer das Odyssey Dance Theatre vor zwei Jahren in Remscheid erlebt hatte, hatte übrigens ein schönes Déjà-vu. Wie damals bei "Romeo + Julia Today", trafen beim Medley "Smooth Criminal / Beat It" zwei verfeindete Straßengangs aufeinander. Auf der einen Seite elegante Anzugträger, die klassischen Paartanz bevorzugten, und auf der anderen Seite Hip-Hop-Tänzer in zerfetzten Jeans und Turnschuhen.

Die Schlussnummer "Jam" brachte ein Wiedersehen mit dem einzelnen weißen Handschuh, einem anderen Markenzeichen von Jackson. Hier trugen ihn Tänzerinnen wie Tänzer. Showreif ging es auch nach dem offiziellen Ende weiter. Die Zuschauer klatschten so lange, bis die Musik wieder anging und die Tänzer noch einmal loslegten.

(RP)
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