Remscheid: Eine Stunde lang Kerzen-Romantik

Remscheid: Eine Stunde lang Kerzen-Romantik

Bei der "Earth Hour" knubbelten sich die Gäste in den Remscheider Kneipen. Zeichen fürs Energiesparen gesetzt.

Als Zeichen für den Klimaschutz, gingen am Samstagabend weltweit in vielen Städten die Lichter aus. Auch in Remscheid beteiligte sich die Klima-Allianz an der "Earth Hour", und ließ städtische Gebäude, Banken und Parteizentralen für eine Stunde im Dunkeln. Und im Rahmen der "Ausgehtour" luden zwölf Kneipen zu Live-Musik im Kerzenschein ein.

Auch bei minimaler Beleuchtung lässt sich gut musizieren. Das bergische Brass Quartett (BBQ) spielte während der "Earth-Hour" in der ErlebBar. Foto: Jürgen Moll

Um 20.30 Uhr ging für eine Stunde das Licht aus im Remscheider- und Lüttringhauser Rathaus, im Dienstleistungszentrum, der Bibliothek, der Sparkasse und Volksbank, der Gewag und der Kreishandwerkerschaft. Auch die Geschäftsstellen der Grünen und Liberalen blieben im Dunkeln als Zeichen für den Klimaschutz. Ziel ist es, die Bevölkerung dazu zu bewegen, sich täglich um Klimaschutz und Energiesparen zu bemühen. Im romantische Ambiente in Remscheids Kneipen wurde daran erinnert, wie schön es sein kann, abends das Licht auszulassen und stattdessen im Kerzenschein ein Abendessen zu genießen oder bei einem Glas Wein zusammen zu sitzen und einem Akustik-Konzert zu lauschen.

  • Erkrath : Earth Hour - am 24. März schaltet Erkrath das Licht aus

Im Remscheider Bräu beispielsweise saßen zahlreiche Gäste im Kerzenschein, während Remscheids Latin-Musiker "Micky und Gustavo" für die nötige Wärme mit heißen Rhythmen an Gitarre und Percussions sorgten. "Das ist einfach super", urteilte Jochen Schneider, der mit sechs weiteren Freunden an einem Tisch saß. "Wir sind zum ersten Mal dabei, ich hatte das im Radio gehört und bin neugierig geworden." Dass es im Bräu ungewöhnlich dunkel war, störte den Remscheider nicht. "Hauptsache die Zapfanlage läuft und das Bier ist kalt." Ob die Aktion die Bürger tatsächlich zu mehr Energiesparen bewegt, bezweifelte Schneider allerdings. "Ich glaube nicht, dass es viel bringt, wenn alle für eine Stunde das Licht auszumachen und danach alles wieder anknipsen." Ein Anfang sei es aber allemal. Bräu-Betreiber Baran Dogan gab zu, dass es in der Gastronomie schwierig sei, auf Strom zu verzichten. "Die Kühlgeräte müssen laufen und auch auf die Musikanlage konnten wir nicht verzichten, weil der Raum sehr verwinkelt ist." Dafür war die Theke komplett im Dunkeln. "Das ist schon eine Herausforderung, wenn man kaum was sieht. Da muss jeder Griff passen."

In der Saxo-Bar, ähnlich voll und dunkel, hatte die Band "Grenzenlos Frei" Mühe mit ihrem Akustik-Set gegen die Geräuschkulisse der Gäste anzukämpfen. "Ich finde die Aktion total gut", äußerte Stammgast Daniel Zoska (28). Zuhause achte er auf seinen Stromverbrauch. "Wenn ich länger weg bin, knipse ich auch meine Mehrfachsteckdose aus." Auch Anna Münster (19) gefiel die Atmosphäre im Kerzenlicht. "Das sieht sehr gemütlich aus." Kuschelig, urteilte Saxo-Betreiber Richard Müller, der sich gerne an der Aktion beteiligt. Außer der Zapfanlage und dem Thekenlicht verzichtete der Gastronom auf Strom. Die Kerzen seien durch die Ausgehtouren der vergangenen Jahre nun auch fester Bestandteil in der Saxo-Bar. Mit Stirnlampen und batteriebetriebenen Lichterketten half sich das Team von Gastronom Simon Riesebeck in der brechend vollen ErlebBar aus. So regten Remscheids Kneipen zum Energiesparen an. Denn während die Gäste bei ihnen verweilten, blieben Licht und Fernseher zuhause definitiv aus.

(RP)