Remscheid: Eine ganze Branche gerät in Verruf

Remscheid: Eine ganze Branche gerät in Verruf

Vom Remscheider Amtsgericht freigesprochen. Nach der Berufung der Staatsanwaltschaft vom Wuppertaler Landgericht zu einem Jahr und 6 Monaten Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt. Dieses Urteil wiederum wurde vom Oberlandesgericht Düsseldorf aufgehoben und ans Landgericht zurückverwiesen. Und dort folgte nun die Einstellung des Verfahrens gegen die Zahlung einer Geldbuße.

Eigentlich hätte Manfred Gottschalk gestern im Berufungsverfahren gegen den Inhaber eines Kölner Schlüsseldienstes als Zeuge aussagen sollen. Das wiederum hatte der Inhaber eines Remscheider Schlüsseldienstes zuvor schon mehrmals gemacht. Man hatte ihm die Rechnung des Noteinsatzes bei der Seniorin vorgelegt, um von ihm zu hören, was er von den damals berechneten 1171 Euro hält.

Und dann war das Verfahren vorbei, bevor er überhaupt gehört wurde. "119 Euro für eine Viertelstunde Arbeit würde ich auch gerne verdienen", sagt er kopfschüttelnd. Bei ihm hätte die Sache nicht mehr als 250 Euro gekostet. Wegen solcher Praktiken sei aus seiner Sicht eine ganze Branche in Verruf geraten.

Das Problem fange schon bei der Suche nach dem Notdienst im örtlichen Telefonbuch an. Dort ließen sich Schlüsseldienste unter Angabe nicht existierender Adressen und falscher Postleitzahlen - allerdings mit Remscheider Vorwahlnummer - eintragen. Als Kunde könne man nicht erkennen, dass man in einem Call-Center lande. Von dort werde ein gelisteter Schlüsseldienst aus anderen Städten beauftragt. Auf telefonische Nachfrage nach der Ortsansässigkeit werde dreist gelogen.

(magu)