Remscheid: Eine Akademie, die Remscheid bereichert

Remscheid: Eine Akademie, die Remscheid bereichert

Bei der Feier zum 60-jährigen Bestehen der Fortbildungsstätte für kulturelle Bildung waren Staatssekretäre von Bund und Land zu Gast.

Auf einer Tafel im Seminarraum auf der oberen Etage der Akademie für kulturelle Bildung auf Küppelstein kleben zwei Zettel mit der Aufforderung "Sei erstaunlich", "Sei essenziell". Sie richten sich an die Teilnehmer einer Fortbildung für Erzieherinnen, die sich mit dem "Drama-Game" beschäftigen. Ein pädagogisches Angebot, bei dem Jugendliche spielerisch lernen, Konflikte zu bewältigen. Zwei Aufforderungen, die gut zum Geist der Akademie passen, die sich mit ihren Kursen auf dem Markt der kulturellen Bildung behaupten muss.

NRW-Staatssekretär Andreas Bothe bei seiner Rede in der Akademie. Foto: Hogekamp Lena

Zum 60. Geburtstag der Akademie konnte sich Staatssekretärin Caren Marks gestern einen Eindruck von der Arbeit dort verschaffen. Die Akademie wird vom Bund und vom Land finanziert. Der Bund gibt pro Jahr knapp eine Million Euro. Ob es demnächst mehr Zuwendungen gibt, entscheidet das Parlament in Berlin. Im Koalitionsvertrag wird die besondere Rolle der kulturellen Bildung betont. Die Staatssekretärin wollte nicht ausschließen, dass die Mittel vielleicht bald angehoben werden könnten.

Staatssekretärin Caren Marks (l.) mit Akademie-Leiterin Susanne Keuchel. Foto: Hogekamp Lena

Auch NRW-Staatssekretär Andreas Bothe teilte mit, dass eine Machbarkeitsstudie für die Erweiterungen und den Umbau des Gebäudes zurzeit geprüft werde. Die 76 Zimmer des Hauses sind häufig ausgebucht. Aber nicht alle Zimmer sind Einzelzimmer. Bei diesem Service ist die Akademie nicht mehr auf der Höhe der Zeit.

Die ehrenamtliche Bürgermeisterin Gabriele Leitzbach im Gespräch. Foto: Christian Peiseler
  • Ansichtssache : Kulturelle Bildung braucht deutlich mehr Geld

Bürgermeisterin Gabriele Leitzbach sagte in ihrem Grußwort, die Akademie sei eine Erfolgsgeschichte. Den früheren Direktor Bruno Tetzner zählte sie zu den bedeutenden Persönlichkeiten der Stadt und stellte ihn in eine Reihe mit Wilhelm Conrad Röntgen und dem Maler Gerd Arntz. Auch wenn seit zwei Jahren der Name Remscheid aus dem Titel der Akademie verschwunden ist, betonte Leitzbach: "Die Akademie ist eine Bereicherung für Remscheid."

Die Band "NIA extended Version" sorgte für die Musik. Foto: Hogekamp Lena

Direktorin Susanne Keuchel erinnerte in einem Rückblick an die vielen Herausforderungen und Veränderungen, denen sich die Akademie in den 60 Jahren ihres Bestehens gestellt hat. Als Ort der kulturellen Bildung ist und war sie auch immer ein Ort der Begegnung. Zum Beispiel trafen sich in einem Kurs dort die Musiker Ralf Hütter und Florian Schneider. Sie gründeten später die Gruppe "Kraftwerk" - eine weltweit bekannte Band. "Weiterbildung wird zunehmen", sagte Keuchel. Zu den zentralen Themen der nächsten Jahre zählte sie die Gestaltung der Digitalisierung, Diversität und Inklusion sowie die Nachhaltigkeit.

"Kultur macht stark", sagte Marks. Mit ihrer Arbeit trage die Akademie dazu bei, dass immer mehr Kinder, unabhängig von ihrer Herkunft, am kulturellen Leben teilhaben können. Das Alleinstellungsmerkmal der Akademie sei es, dass sie alle Künste unter einem Dach verbinde. "Kulturelle Bildung ist ein Wert an sich und muss sich nicht immer rechtfertigen", sagte Bothe. 400.000 Erzieherinnen und Pädagogen haben in den 60 Jahren Kurse bei der Akademie belegt und das Rüstzeug erhalten, Kinder kulturelle Bildung zu ermöglichen. Eine beachtliche Zahl mit großer Wirkung.

(RP)