Ein vermeidbarer Fehler

Ansichtssache: Ein vermeidbarer Fehler

Die CDU will das Feuer schleunigst wieder austreten, das sie mit ihrem Antrag zu den städtischen Kitas angefacht hat.

Vom "unforced error" spricht man im Tennis, wenn man einen Ball verschlägt, ohne in ernsthafter Bedrängnis gewesen zu sein.

Die CDU ist gerade dabei, einen solchen Fehler zu begehen. Ihr Antrag zur Neuorganisation der städtischen Kindertagesstätten hat bei den mehr als 300 städtischen Erzieherinnen schlafende Hunde geweckt. Das Wörtchen "Ausgliederung" weckt böse Erinnerungen an Debatten aus früheren Jahren, wo im politischen Raum angesichts knapper Kassenlage mal darüber nachgedacht wurde, das Kita-Geschäft anderen zu überlassen.

Die CDU beteuerte gestern, das so nicht gemeint zu haben. Sie wolle vielmehr die Rolle der Kitas im Konzern Stadt stärken. Sollte das die Absicht sein, hat man sich zumindest unglücklich ausgedrückt. Ob man den Kritikern in diesem Zusammenhang gleich eine Leseschwäche unterstellen sollte, steht auf einem anderen Blatt.

Zwei Jahre vor der Kommunalwahl ist der Weg auf jeden Fall mutig. Die gewerkschaftlich gut organisierten Erzieherinnen sind eine einflussreiche Kraft in der Stadtverwaltung. Angesichts knapper Kita-Plätze spielen sie eine Schlüsselrolle für viele Familien in Remscheid.

(hr)