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Ein Rettungsschirm für einen wichtigen Partner

Ansichtssache : Ein Rettungsschirm für einen wichtigen Partner

Die Stadt Remscheid hilft sich auf lange Sicht selber, wenn sie die freien Träger jetzt unterstützt. Denn ohne sie könnte die Stadt die vielen gesetzlichen Aufgaben im Bereich der Jugendhilfe künftig gar nicht erbringen.

Geld überweisen für Arbeit, die aktuell gar nicht erbracht wird? Und das in einer Kommune, die schon vor der Corona-Pandemie finanziell immer nur so gerade über die Runden kam? Auf den ersten Blick mag das Sozialdienstleister-Einsatzgesetz wie ein Luxus klingen, den sich die Stadt nicht erlauben kann.

Tatsächlich aber ist die Regelung ein konsequenter Schritt. Denn ohne die freien Träger könnte die Stadt die vielen gesetzlichen Aufgaben im Bereich der Jugendhilfe gar nicht erbringen. Das zeigt sich gerade besonders gut im Bereich der Kita-Planungen. Auch das Engagement der freien Träger macht es möglich, dass Remscheid auf einem guten Weg ist, der gesetzlichen Verpflichtung, ausreichend Kita-Plätze für die Familien anzubieten, in Zukunft nachzukommen. Betrieben werden diese neuen Kitas auch von Elterninitiativen oder Vereinen. Eine verantwortungsvolle Aufgabe.

Diese Partner nun auf anderen Feldern der Zusammenarbeit wegen Corona hängen zu lassen, wäre nicht nur schlechter Stil, sondern perspektivisch auch unklug. Die Arbeit, die sie bis zum 16. März für die Stadt leisteten, ist ja nicht plötzlich überflüssig geworden durch das Virus. Die Begleitung von Kindern im Bereich der Inklusion an Schulen oder in Kindergärten etwa wird weiterhin nötig sein, wenn das Leben irgendwann wieder in normale Bahnen zurückkehrt.

Eine Kommune kann solche Durststrecken überstehen, sie bekommt immer einen Kredit. Vereine und Initiativen können es nicht. Spätestens nach einigen Monaten wird es bei ihnen eng mit der Finanzausstattung. Sollten diese Hilfe-Strukturen ganz wegbrechen, müssen sie nach der Krise erst mal wieder aufgebaut werden. Von Menschen, die dann wieder bereit sein müssen, ins Risiko zu gehen. Das würde viel Zeit kosten, die Remscheid dann vielleicht nicht hat, weil der Bedarf nach Betreuung sofort wieder da ist, wenn die Arbeitswelt erst einmal wieder in ihren alten fordernden Rhythmus zurückkehrt.

Dass die Stadt das Personal der freien Träger in der Zwischenzeit auch an anderer Stelle zum Wohl der Allgemeinheit und im Kampf gegen Corona einsetzen darf, ist eine kluge Idee, die von beiden Seiten nun mit Leben gefüllt werden muss. Wie man das eben so macht, wenn man auch sonst gut zusammenarbeitet.