Remscheid : Ein Parkhaus, das anekelt

Bis Weihnachten soll klar sein, wie viel ein Umbau des Gebäudes am Hauptbahnhof kosten würde. Derzeit werden zwei Varianten geprüft. Eine Grundreinigung ist in jedem Fall notwendig. Die Treppenhäuser müssen gestrichen werden.

Wer das Parkhaus am Hauptbahnhof besucht, stößt auf eklige Hinterlassenschaften. Es riecht nach Urin, Wände sind beschmiert, Treppenaufgänge verschmutzt. Das kann so nicht weitergehen, findet Bezirksbürgermeister Otto Mähler (SPD) - auch im Hinblick auf das Kino, das in der Nachbarschaft zum Parkhaus entsteht. "Die Besucher kommen ja nicht wieder, wenn sie das sehen", betonte Mähler schon vor Monaten in der Bezirksvertretung Alt-Remscheid. Nun werden in der Stadtverwaltung die Kosten ermittelt, die eine Sanierung bzw. ein Umbau des Gebäudes mit sich bringen würde.

Dies ist ein Fall für Jörg Schubert. Der Leiter des Fachdienstes Bauen, Vermessung und Kataster bei der Stadt Remscheid trägt Daten und Zahlen zusammen. "Wir sind im Moment dabei, zwei Richtungen zu prüfen", sagt er. Die erste Variante ist die Vermietung einer Teilfläche an eine Autovermietung. Interessenten gebe es dafür: "Dies hätte den Vorteil, dass es wenigstens tagsüber eine soziale Kontrolle geben würde", erklärt Schubert.

Doch es gibt ein Problem bei dieser Variante: Das Parkhaus müsste dafür im größeren Stil umgebaut werden. Die Autovermietung benötigt Büros, einen Sozialraum und Toiletten. Deshalb müsste das Gebäude etwas erhalten, was es bislang noch nicht hat - eine Anbindung an den öffentlichen Schmutzwasserkanal.

"Vermutlich fehlte beim Bau das Geld", erläutert Schubert, der bei der ersten Umbau-Variante noch etwas anderes prüfen muss: Wenn es einen Mieter gibt, der Parkplätze in dem Gebäude für seine Leihfahrzeuge in Anspruch nimmt, dann muss die Stadt Remscheid Fördermittel zurückzahlen. Denn diese Parkplätze fallen für die Öffentlichkeit weg. "Auf der anderen Seite erhalten wir durch die Verpachtung Einnahmen. Wir müssen Wirtschaftlichkeitsberechnungen vornehmen", erklärt Kämmerer Sven Wiertz.

Die zweite Variante scheint weniger kompliziert zu sein. Sie sieht vor, Chaoten den Zutritt zu erschweren, indem das Parkhaus durch ein Tor abgeriegelt wird. Die Autofahrer müssten bei der Einfahrt eine Karte ziehen, wodurch sich die Barriere öffnet. "Dieses Ticket dient dann auch für die Ausfahrt. Das Parken bleibt gratis", erklärt Jörg Schubert, für den zusätzlich ein verstärkter Einsatz von Videotechnik infrage kommt. Zusätzliche Kameras sollen helfen, die Chaoten zu ermitteln.

So oder so: Eine Grundreinigung ist in jedem Fall fällig. Gebäudemanager Thomas Judt zielt darauf ab, mit speziellen Substanzen die Urinmoleküle im Beton zu binden. Zudem müsse ein komplett neuer Anstrich in den Treppenhäusern her: "Das wird einen fünfstelligen Betrag kosten", schätzt Judt. Auch aus seiner Sicht ist wenigstens eine Grundreinigung vor Eröffnung des Kinos nötig. Diese ist für Ende 2018 vorgesehen. Bis Weihnachten will Jörg Schubert dem Verwaltungsvorstand mit OB Burkhard Mast-Weisz an der Spitze mitteilen, wie viel Remscheid bei den beiden Umbauvarianten ausgeben müsste.

(RP)