Remscheid: Ein neues Zuhause für den Buntspecht

Remscheid: Ein neues Zuhause für den Buntspecht

Mitarbeiter der Technischen Betriebe Remscheid (TBR) haben gestern gemeinsam mit Schülern der Hilda-Heinemann-Förderschule im Waldgebiet am Hackenberg sieben Nistkästen für Buntspechte aufgehängt.

Die Hauptperson des Tages war am gestrigen Vormittag nicht zu hören - zumindest nicht mit seinem charakteristischen Trommeln. Der Buntspecht stand nämlich im Mittelpunkt einer Waldaktion der Schüler der Mittelstufen B und C der Hilda-Heinemann-Schule in Lennep. Die hatten sich nämlich im Vorfeld im Rahmen des Sachunterrichts mit dem bunt gefiederten Vogel beschäftigt - und ihm dann im Werkunterricht sieben Nistkästen gebaut. Diese wurden gestern von den Schülern gemeinsam mit Markus Wolff, dem Leiter des Stadtforstamtes bei den Technischen Betrieben Remscheid (TBR), seinen Mitarbeitern und mehreren Lehrern aufgehängt.

Lehrerin Lena Offermann hatte das Projekt maßgeblich mit einigen Kollegen betreut: "Dienstags gehen wir mit den Kindern immer in den Wald. Dabei steht in erster Linie die Bewegung im Mittelpunkt, allerdings lernen wir auch den Wald kennen." Der naturpädagogische Aspekt sei dabei besonders wichtig. "Wir haben uns überlegt, dass wir Nistkästen bauen und aufhängen wollen. Im Gespräch mit Markus Wolff haben wir dann entschieden, dass es Kästen für Spechte - vor allem den Buntspecht - sein sollen", sagte Offermann. Denn der sei im Hackenberger Wald heimisch und die Brutzeit stehe ebenfalls bevor.

An der Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung gebe es eine hochprofessionelle und sehr gut ausgestattete Werkstatt, sagte Wolff beeindruckt, als er die Nistkästen in Augenschein nahm: "Die sind richtig hochwertig hergestellt, haben ein Blechdach und sind stabil." Mareike Krampe, ebenfalls Lehrerin an der Hilda-Heimann-Schule, gab das Lob direkt an ihren Kollegen Jörn Rittinghaus weiter: "Er hat die Einzelteile für die Kästen vorbereitet, so dass wir diese gemeinsam mit den Kindern zusammenbauen konnten." Dabei wurde kräftig geschraubt, geölt und geschliffen. Und Krampe lobte auch das Engagement ihrer Schüler: "Die waren alle eifrig dabei, jeder so gut er es konnte", sagte die Lehrerin.

Aber das Wichtigste war nun, die fertigen Nistkästen an die Bäume zu bekommen: "Wir suchen uns Bäume aus, die nicht zu nahe aneinander stehen, damit es keine Revierprobleme gibt", sagte Wolff. Romeo war mit Feuereifer bei der Sache. Der 13-Jährige hatte schon einen Kasten aufgehängt: "Das war gar nicht so schwer, ich bin nicht schwindelfrei", sagte Romeo. Zusammen mit einem Mitarbeiter der Technischen Betriebe war er eine Leiter hochgeklettert, der Mitarbeiter hielt dann den Nistkasten an die passende Stelle und Romeo verdrehte einen Draht solange, bis er hielt. Auch sein elfjähriger Mitschüler Eljham wollte jetzt unbedingt noch einen der Kästen befestigen.

Mit der Aktion am gestrigen Donnerstag sei das Projekt nicht abgeschlossen, sagte Offermann: "Wir werden dienstags immer wieder in den Wald an die Stellen kommen und nachsehen, ob die Kästen schon bewohnt sind." Und - wie es sich gehört - wird am Ende aufgeräumt, wie die Lehrerin schmunzelnd ergänzte: "Ja, nach der Brutzeit werden wir die Kästen saubermachen. Und hoffentlich in allen sieben Kästen Nester vorfinden."

(RP)