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Remscheid: Ein Mammutprojekt begeistert 6000 Besucher

Remscheid : Ein Mammutprojekt begeistert 6000 Besucher

Der neue Jesus Christ Superstar aus der gleichnamigen Rockoper heißt Martin Luther. Zumindest nach dem Pop-Oratorium "Luther" von Michael Kunze und Dieter Falk - gefeiert als das größte Musical-Ereignis, das es in Remscheid je gab. Kirchenmusikdirektor Christoph Spengler holte das Spektakel in die Stadt. Angelegt mit Band, Orchester und bis zu 3000 Sängern hatte er bereits die Uraufführung in Dortmund mit seinem Dirigentenstab erfolgreich über die Bühne gebracht.

Am Samstag lief das angekündigte "Projekt der 1000 Stimmen" zweimal mit der Originalbesetzung, der Originalband, den Bergischen Symphonikern und einem 250-köpfigen lokalen Chor über die extra aufgebaute Bühne in der Wagenhalle des Stadtwerke-Verbundes. Beide Vorstellungen waren mit jeweils 3000 Besuchern ausverkauft. Die Organisation lief inklusive Shuttlebusse, Parkplatz-Zuweisung und Security wie am Schnürchen. Mitveranstalter war die EWR.

Der technische Aufwand war immens, das Ergebnis war überaus gelungen und konnte sich hören lassen. Behandelt wurde in erster Linie Luthers zweimaliges Verhör vor dem Reichstag in Worms, vor dem er sich wegen seiner "ketzerischen" Taten, besonders seiner Verurteilung des Ablasshandels und seines Thesenanschlags in Wittenberg, verantworten muss. Es folgt seine Flucht und schließlich Zuflucht auf der Wartburg. Dort übersetzt er die Bibel ins Deutsche, damit alle Zugang zu Gottes Wort erhalten.

Die Freunde der Popmusik konsumierten einen Leckerbissen. Wo Pop draufstand, war auch Pop drinnen - die Freunde traditioneller Kirchenmusik hatten damit wie erwartet das Nachsehen. Besonders die Liebhaber einer exzellenten Rockgitarre, gespielt von Klaus Bittner, mit einem Sound à la Gary Moore, kamen voll auf ihre Kosten.

Überhaupt: Die Musik war über jeden Zweifel erhaben. Musikleiter Christoph Spengler hatte seine vielen Mitstreiter voll in seinem einfühlsamen Dirigentengriff. Er dirigierte wie ein Dompteur seine zahmen Tiger, von denen er weiß, dass sie durchaus mal unaufgefordert vom Schemel springen können. Die Darsteller - allen voran Frank Winkels als Martin Luther - lieferten allesamt eine überzeugende Leistung ab. Dass zuweilen die Texte ihres Ensemblegesangs nicht immer verständlich rüberkamen, dürfte der Akustik der Wagenhalle und der jeweiligen Sitzposition geschuldet sein.

! Das Pop-Oratorium unter Leitung von Christoph Spengler verfolgten in zwei ausverkauften Vorstellungen 6000 Besucher. Foto: Moll Jürgen

Wo es etwas zu Klatschen gab, bewegten die Besucher ihre Hände; zum Schluss gab es Standing Ovations. Und so manch einer wird sich vorgenommen haben: Beim nächsten Mitsingprojekt diese Art auch als Akteur dabei zu sein.

(RP)