Remscheid: Ein Leben für die Vielfalt der Kunst

Remscheid: Ein Leben für die Vielfalt der Kunst

Die Kulturwerkstatt "Ins Blaue" will mit einem Konzert und einer Ausstellung an das Schaffen des Remscheider Musikpädagogen und Künstlers Wolfgang Heitmann erinnern. Am 5. Mai wird im Vaßbendersaal musiziert.

REMSCHEID Der Künstler Wolfgang Heitmann (1943 bis 2005) hat in Remscheid Spuren hinterlassen. Als langjähriger Lehrer und stellvertretender Leiter der Musik- und Kunstschule prägte er das Musikverständnis vieler seiner Schüler. Er zeigte sich immer offen für alle Strömungen des Jazz und der zeitgenössischen Kunst. Mit einer Ausstellung und einem Konzert am Samstag, 5. Mai, soll an diesen Künstler wieder erinnert werden. Vor zwei Jahren gab es eine Ausstellung im Foyer der Stadtbücherei.

Die Initiative zu diesem Projekt geht von der Kulturwerkstatt "Ins Blaue" aus, die ihren Sitz am Honsberg hat. Eine Kooperation mit der Villa Zander aus Bergisch Gladbach ermöglicht Konzert und Ausstellung. Das Kulturhaus in Bergisch Gladbach widmet dem Komponisten Karlheinz Stockhausen im Herbst eine Ausstellung. In Remscheid gibt es daher die Möglichkeit, Parallelen zwischen Stockhausen und Heitmann zu entdecken.

Heitmann zählt zu den Außenseitern des Musikbetriebs. Es sei ihm nicht wichtig gewesen, bekanntzuwerden, sagt Brigitte Schmitz, die den Nachlass des 2015 Verstorbenen verwaltet. Der Prozess des Komponierens und des Zeichnens war für ihn wichtiger als Ruhm und Anerkennung.

Die Liste seiner vielen Projekte, Initiativen und Gründungen ist beeindruckend lang. 1973 hatte der damalige Leiter Karl Lorenz den schon bekannten Jazzmusiker und Komponisten sowie den Initiator des ersten Leverkusener Jazzfestivals berufen für die Fächer Klavier, Schlagzeug, Theorie, Gehörbildung, Ensemble, Bigband, Jazz und Rock. 1979 wurde er stellvertretender Leiter der Schule und bildete zusammen mit Musikschulleiter Thomas Holland-Moritz und Kunstschulleiter Charles Wesseler ein weit in die Region leuchtendes "Dreigestirn".

Heitmann gründete die Remscheider Jazzfestivals, die von 1975 bis 1981 stattfanden. Er leitete mehrere Bands, wie die auf Initiative von Peter Fleischhauer ins Leben gerufene "RSBB 84" oder die Gruppe "Bobsolation". Wenig hielt er von der Unterscheidung zwischen "E"- und "U"-Musik, die Freude am guten Musizieren selbst stand im Mittelpunkt. Er eroberte sich und seinen Schülern Räume der "Unschärfe", neue Notationen, informelle Abläufe, Fragmentierungen, serielle Prozesse, Synthesen zwischen visuellen und akustischen Konstruktionen. Sein Humor war hintergründig scharf, wie sich vor allem an seinen Zeichnungen ablesen lässt.

Zu den besonderen Werken Heitmanns zählt das Klavierstück "Perspektiven 95", das auf der Umsetzung von Röntgens biografischen Daten in musikalischen Klangkombinationen basierte. Helena Hübner, Lehrerin an der MKS, wird sie beim Konzert spielen. Mehr als 100 Schüler brachte Heitmann erfolgreich zur theoretischen Aufnahmeprüfung der Musikhochschulen. Der Alkoholismus erschwerte häufig den Umgang mit diesem kreativen Mann, der bis zu seinem Tode unablässig zeichnete und komponierte.

(RP)