Remscheid: Ein guter Ton macht einen guten Namen

Remscheid : Ein guter Ton macht einen guten Namen

Der Remscheider Männerchor Germania feierte seinen 175. Geburtstag. Oberbürgermeister Mast-Weisz gratulierte.

Wenn am Ende einer Veranstaltung die Menschen im proppenvollen Saal das Bergische Heimatlied singen, dann muss die Veranstaltung zur vollsten Zufriedenheit aller vonstattengegangen sein. Genau so lief der Jubiläumsempfang "175 Jahre Remscheider Männerchor Germania" (MC) im Bergischen Saal des BAB-Motels Remscheid an der Eschbachtalsperre über die Bühne. Mehr noch: "Ich spürte während der gesamten Zeit eine Gänsehaut", sagte Gast Matthias Jörgens, Vorsitzender des Quartettvereins "Blüh-Auf" aus Wermelskirchen-Grünenbäumchen, nach dem Ende dieser Geburtstagsfeier. Wie ihm wird es vielen Gästen und besonders den Aktiven ergangen sein: Emotionen bestimmten dieses Jubiläum.

175 Vereinsjahre sind schließlich kein Pappenstiel. Hätten sich das die acht Vereinsgründer im Jahr 1840 träumen lassen? Diese Frage stellte der erste Vorsitzende Heinz-Georg Hüster in seiner Begrüßung. Wenn diese acht Sänger das jetzige Eingangslied des MC "Schäfers Sonntagslied" gehört hätten, ihnen wäre augenscheinlich wie den meisten der andächtig Zuhörenden im Saal das Herz aufgegangen. In diesem Lied (Klavier: Professor Werner Kämmerling) steckte alles drin, was exzellente Chormusik ausmacht: schwellende Dynamik in Lautstärke und Tempo, Präsenz in jeder Silbe, Reinheit in jedem Ton und ein Charisma der Vielstimmigkeit, das jeden in seiner beinahe titanischen Wirkung in seinen Bann zog. Bariton Dietrich Kämmler lieferte den gefühlsmäßigen Höhepunkt. Er erzählte sichtlich bewegt vom Auftritt des Chors in Leningrad (heute: St. Petersburg), bei dem ein russischer Soldat dem Chor eine weiße Nelke überreichte. Danach sang er zusammen mit dem MC das georgische Lied "Suliko". Eingebettet in quirligen Fiedelmusik-Beiträgen des Quartetts "Four Fiddlers" betonten alle Festredner - OB Burkhard Mast-Weisz, Klaus Springenberg, Präsidiumsmitglied im Chorverband NRW, und Hans Günter Rose, Vorsitzender des Chorverbandes Bergisch Land, - die Bedeutung des MC für ein lebendiges Kulturleben und dankten dem Chor für sein Engagement. "Der Chor hat es geschafft, aktuell zu bleiben", sagte Mast-Weisz. Er pflege nicht die Asche der Vergangenheit, sondern bewahre die Glut der Gegenwart für das Feuer in der Zukunft, betonte Springenberg. Der MC habe vorbildlich Geschichte geschrieben, als er eine Frau, Claudia Rübben-Laux, zur Dirigentin auswählte. Sie werde vermutlich auch die zukünftige musikalische Leiterin des Chorverbandes NRW werden. Rose übergab die Gratulationsurkunde des Chorverbandes mit den Worten, dass der Chor sich stets nicht nur um einen guten Ton bemühe, sondern auch für einen guten Namen sorge. Mit der Stimmung dieses Festaktes werde man in 25 Jahren die "200" feiern.

(RP)