Remscheid: Eierlauf für die Schule Struck

Remscheid: Eierlauf für die Schule Struck

Mit einem Protestmarsch zogen gestern Kinder, Eltern und Lehrer vom Markt zum Rathaus. Sie verteilten Ostereier und machten mit Plakaten klar: Unsere Schule muss erhalten bleiben. OB Wilding übergaben sie Unterschriften.

struck/innenstadt Es ist wohl eher selten, dass lautstarke Demonstranten ein Lächeln auf die Gesichter der Passanten zaubern. Das war gestern Vormittag beim "Strucker Eierlauf" auf der Alleestraße ganz anders: "GGS Struck, GGS Struck", skandierten 111 Grundschüler und verschafften dem Kampf um den Fortbestand ihrer Schule zudem mit Trommeln, Rasseln und Trillerpfeifen Gehör. Und wie man allerorten sehen konnte, schlug der Schulgemeinde viel Zustimmung entgegen.

Die Bürger freuten sich über die bunten Ostereier, die ihnen Mütter oder Lehrerinnen im Namen der Schule übergaben. Auch wurden die hochwertig aufgemachten Flugblätter, auf denen die kleine Schule auf ihre Vorzüge hinweist, gerne entgegengenommen. Drei Herren, die im Straßencafé die ersten Sonnenstrahlen tankten, klatschen munter im Takt, eine Frau sagte: "Ich bin extra gekommen, um die Kinder zu bestärken."

Können die Unterschriften helfen?

Der Weg führte vom Markt bis vor das Rathaus. Dort übergab Grundschülerin Hanna Oberbürgermeisterin Beate Wilding einen prall gefüllten Ordner mit Unterschriftenlisten. Über 500 Menschen hatten darauf ihre Unterstützung für den Erhalt der einzügigen Grundschule bekundet, die den Sparzwängen der Stadt zum Opfer fallen könnte. "Ich finde gut, dass ihr euch für eure Schule einsetzt", wandte sich die OB an die Grundschüler und versprach, dass alle Kinder, die heute am Struck zur Schule gehen, dort ihre Schulzeit auch zu Ende bringen können.

Doch ließen die Sechs- bis Zehnjährigen nicht so schnell locker. "Wir möchten nicht, dass unsere Schule geschlossen wird", sagte ein Knirps selbstbewusst. "Können die Unterschriften denn helfen?", wollte ein anderes Mädchen wissen. "Vielleicht schon", antwortete die OB. Auf jeden Fall werde sie die Listen dem Stadtrat vorlegen, der dann über die Zukunft der "Strucker Eierkiste", wie die Schule seit Jahrzehnten im Volksmund liebevoll genannt wird, entscheidet.

Auch wollten die Grundschüler wissen, ob sie denn nicht mal ihre eigenen Sparvorschläge anbringen könnten. Ganz konkret taten das einige Eltern im anschließenden Gespräch mit Beate Wilding und Schulleiterin Karin Schüllner, während die Kinder sich auf dem Rathausplatz vergnügten. Als ein Beispiel für nachhaltig wirkende Eigeninitiative nannte Stefan Grote vom Schulverein die Überlegung, mit Elternunterstützung einen Handwerkerpool einzurichten. "Damit könnten kleinere Reparaturen oder auch größere Sanierungen in Angriff genommen werden", sagte er gegenüber der BM.

(RP)