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Ehepaar Gäng rückt bei Sternsingern in Remscheid ins zweite Glied

Sternsinger : Ehepaar Gäng rückt ins zweite Glied

Über zehn Jahre haben die Eheleute die Aktion für St. Bonaventura in Lennep organisiert. Ihre Nachfolger werden bereits eingearbeitet.

Die Sternsingeraktion, offiziell auch als Dreikönigssingen bezeichnet, ist die weltweit größte organisierte Hilfsaktion von Kindern für Kinder und hat ihr Zentrum in Deutschland. Seit 1959 findet sie alljährlich statt. Durch die bei der Aktion gesammelten Spenden werden nachhaltig Hilfsprojekte für bedürftige Jugendliche weltweit gefördert.

Auch in der katholischen Kirchengemeinde St. Bonaventura in Lennep wird die Sternsingeraktion 2020 wieder stattfinden. An zentraler Stelle wirken Iris und Andreas Gäng daran mit. Den beiden ehrenamtlich tätigen Lennepern ist es wichtig, dass die gesamte Organisation in den Händen eines Teams liegt.

„Die Organisation beginnt mit dem Info-Abend für die Kommunionkinder“, berichtet Iris Gäng, „an dem die Aktion vorgestellt wird. Es ist eine Tradition, dass alle Kommunionkinder daran teilnehmen.“ Andreas Gäng weist darauf hin, dass die Teilnahme an der Aktion nicht davon abhängig ist, ob man ein Kommunionkind ist. „Auch ältere oder jüngere Geschwister dürfen selbstverständlich mitmachen.“ Die Aktion ist darüber hinaus ökumenisch. Auch evangelische und muslimische Kinder dürfen mitgehen.

Bei einem Elternabend werden die Kinder in Sternsingergruppen eingeteilt, was wegen der Größe der Kirchengemeinde, zu der außer Lennep noch Lüttringhausen und Bergisch Born gehören, nicht immer problemlos sei. Außerdem werden die Eltern benannt, die während der Aktion eine Stärkung für die singenden Kinder bereiten. „Daran mangelt es nicht“, sagt Andreas Gäng, „denn die Akzeptanz der Aktion ist innerhalb der Kirchengemeinde enorm groß.“

Am 3. Advent wird das Motto der jeweiligen Aktion vorgestellt. 2020 ist es der Libanon. In diesem Jahr ergibt sich in der Kirchengemeinde die Besonderheit, dass die Sternsinger nicht am 6. Januar ihre Aktion starten. Das hat urlaubsbedingte und organisatorische Gründe. „Für den 6. Januar ist das Treffen der Sternsinger mit dem Oberbürgermeister geplant“, berichtet das Ehepaar Gäng. Am 9. Januar treffen sich die Leiter der Gruppen noch einmal, um letzte Einzelheiten abzustimmen. Die Sternsinger sind dann am 11. und 12. Januar unterwegs. „Dann ist hier die Zentrale“, weiß Andreas Gäng. „Wenn dann etwas schief läuft oder noch Utensilien gebraucht werden, dann werden wir sofort tätig.“

In der katholischen Kirchengemeinde Lennep wird zum Teil auf die Sternsinger gewartet. „Ab und zu erreichen uns Terminanfragen“, erzählt Andreas Gäng, „ob wir nicht um Punkt 11.25 Uhr da und dort sein können. Das geht natürlich nicht.“ Die Menschen wollen nicht nur spenden, sondern wünschen sich ebenso, dass ihr Haus durch die Buchstaben CMB gesegnet wird.

„Die bedeuten übrigens nicht – wie es ab und zu erzählt wird – Caspar, Melchior und Balthasar“, sagt Iris Gäng, „sondern Christus mansionem benedicat, was auf deutsch übersetzt heißt: „Christus segne dieses Haus.“ Die Spendenhöhe sollte auch in diesem Jahr zwischen 15.000 und 17.000 Euro betragen. Eingesammelte Süßigkeiten werden an die Remscheider Tafel weitergegeben.

Familie Gäng stammt aus Oberhausen-Osterfeld und ist dort mit der Tradition des Sternsingens groß geworden. Der Beruf führte sie später nach Lennep, und eines Tages kam von der Kirchengemeinde die Anfrage, ob man nicht an der Organisation der Sternsinger-Aktion mitwirken wolle. „Das ist mehr als zehn Jahre her“, erzählt Iris Gäng, „und in diesem Jahr ist es das letzte Mal, dass wir in der ersten Reihe stehen. Man wird irgendwann betriebsblind und nutzt sich ab. Es wird Zeit, dass eine neue Familie da hineinwächst.“ Ihre Nachfolger werden bereits eingearbeitet.