Dr. Rüdiger Grube spricht in Wuppertal über die Mobilität der Zukunft

Symposium der Volksbank im Bergischen Land : Ein Ausflug in die Welt von morgen

Der ehemalige Bahnchef Rüdiger Grube referierte beim Symposium der Volksbank im Bergischen Land über „Mobilität in der digitalen Zukunft“.

Als ehemaliger Bahnchef hat Dr. Rüdiger Grube schon oft die Frage beantworten müssen, wie er zu einem Veranstaltungsort angereist ist. Zum Symposium der Volksbank im Bergischen Land hat er das Flugzeug gewählt, um von Hamburg über den Umweg Köln/Bonn nach Wuppertal zu kommen. „Ich wähle immer das Verkehrsmittel, dass der Strecke angepasst und angemessen ist“, antwortete der 68-Jährige diplomatisch.

Hätte er das Auto gewählt, wäre es ihm wohl ergangen wie vielen der knapp 500 geladenen Gästen bei der Anfahrt zur historischen Stadthalle – er hätte irgendwo im Stau gestanden. Der Zug sei für ihn ebenfalls keine Alternative gewesen: „Dafür ist die Strecke zwischen Hamburg und dem Ruhrgebiet nicht gut genug ausgebaut.“

Seit 2004 präsentiert die Volksbank namhafte Referenten bei ihren Symposien. Rüdiger Grube reihte sich mit seinem Vortrag über „Mobilität in der digitalen Zukunft“ in den illustren Kreis neben Peter Scholl-Latour, Joachim Gauck, Theo Waigel, Joschka Fischer oder Friedrich Merz.

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Hamburger Hafen und Logistik AG wagte einen Ausblick, wie die Mobilität in naher Zukunft aussehen wird. Vieles klingt nach Szenarien aus Science-Fiction-Filmen, die in vielen Bereichen schon in wenigen Jahren Realität werden können. „Wir brauchen eine neue Mobilität“, forderte Grube. Dazu gehöre das autonome Fahren. „Es wir zehn Jahre dauern, bis es sich durchsetzt – wenn auch nicht flächendeckend, sondern als Insel-Lösungen.“ Er berichtete von Testprojekten, die schon weit auf dem Weg seien.

Der Volksbank-Vorstand Lutz Uwe Magney, Andreas Otto (v.l.) und Hardy Burbach (r.) sowie der Aufsichtsratsvorsitzende Thomas Schäfer (2.v.r.) begrüßten Rüdiger Grube in der Historischen Stadthalle. Foto: Moll, Jürgen (jumo)

Anschaulich verdeutlichte Rüdiger Grube, wie sich die Verkehrsinfrastruktur in Deutschland dem Kollaps genähert hat. „Wir haben 2010 den Punkt überschritten, an dem die Straße mit ihrer Fläche noch freie Kapazitäten für Güterverkehr hatte.“ Den gleichen  Verkehrsinfarkt erwartet der Experte alsbald in Asien, weswegen sich seiner Meinung nach die Zukunft der Mobilität in China entscheide. „Es könnte das erste Land sein, in dem es sich bei Mobilität um eine Dienstleistung handelt.“ Grube belässt es nicht bei seinem Fazit („Wir brauchen eine Verkehrswende“), sondern liefert sechs künftige Merkmale mit: on demand, emissionsfrei, Tür zu Tür-Lösungen, autonom, Benutzen statt Besitzen, ohne Wartezeiten.

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