Remscheid DOC-Flächen - Investor bietet 15 Millionen

Remscheid · Seit Monaten warten Bürger und Politik auf konkrete Zahlen zum DOC-Projekt in Lennep. Am Montagabend stellte die Stadt Unterlagen ins Internet, die als Grundlage für den Grundlagenbeschluss des Rates zum Bau des DOC in der Sitzung am 12. Dezember dienen. Die BM gibt einen ersten Überblick über die wichtigsten Fakten.

 Auf dem Gelände des Röntgen-Stadions und angrenzenden Flächen soll das Designer-Outlet-Center entstehen. Für alle zusammen hat der Investor jetzt ein Kaufangebot abgegeben.

Auf dem Gelände des Röntgen-Stadions und angrenzenden Flächen soll das Designer-Outlet-Center entstehen. Für alle zusammen hat der Investor jetzt ein Kaufangebot abgegeben.

Foto: Jürgen Moll (Archiv)

Kaufpreis 15 Millionen Euro will der Investor McArthur Glen für die städtischen Grundstücke in Lennep bezahlen. Das sind nach Angaben der Stadt etwa zwei Millionen Euro mehr als die Gutachter als Verkehrswert der Flächen ermittelte. Ein Gutachter veranschlagte die Flächen auf 12,8 Millionen, der anderen auf 13 Millionen Euro.

 Die Kosten für Umbau der Kreuzung Rader Straße / Ringstraße werden aktuell mit 2,63 Millionen Euro beziffert.

Die Kosten für Umbau der Kreuzung Rader Straße / Ringstraße werden aktuell mit 2,63 Millionen Euro beziffert.

Foto: Hertgen (Archiv)

Verlagerungen Diese Summe würde nach Angaben der Stadt ausreichen, um die nötigen Verlagerung unter anderem des Stadions zu finanzieren. Die Stadt hier kommt auf Gesamtkosten von 14,872 Millionen Euro. Rund 10,6 Millionen Euro sind dabei für die Verlagerung der Sportanlagen zum Hackenberg vorgesehen. Die Kosten für die Verlagerung der Katholischen Grundschule am Stadion werden mit 1,31 Millionen Euro beziffert. 1,1 Millionen soll der Umzug der Freiwilligen Feuerwehr kosten. Der kleinste Posten in der Rechnung ist die Verlagerung der Kirmes mit 5000 Euro. Wie berichtet, soll diese künftig in der Wupperstraße stattfinden. Auch eine mögliche Preissteigerung in der Bauzeit hat die Stadt bedacht und dafür insgesamt 650 000 Euro einkalkuliert.

 Auf dem Lenneper Kirmesplatz (hier beim Osterfeuer) soll das DOC-Parkhaus entstehen.

Auf dem Lenneper Kirmesplatz (hier beim Osterfeuer) soll das DOC-Parkhaus entstehen.

Foto: Moll (Archiv)

Umbau der Verkehrsanlagen Auf insgesamt 8,43 Millionen Euro summieren sich nach Angaben der Stadt die Kosten für den durch das DOC notwendig werdenden Umbau, beziehungsweise die Anpassung der Straßen und Kreuzungen. Der dickste Brocken ist dabei der Umbau des Knotenpunkts Ringstraße/Raderstraße mit 2,63 Millionen Euro. 2,33 Millionen Euro werden für den Umbau der Trecknase veranschlagt. Alle anderen zusätzlich nötig werden Eingriffe in Knotenpunkte und Straßenabschnitte entlang der Strecke von den beiden Autobahnabfahrten bis zum DOC am Standort des Röntgen-Stadion veranschlagt die Stadt mit Gesamtkosten von 3,47 Millionen Euro.

Wer zahlt was? Vier Millionen Euro, also knapp die Hälfte der Kosten, trägt der Investor, etwas über drei Millionen Euro sollen aus Fördermitteln und durch eine Kostenbeteiligung des Landes (750 000 Euro) zusammenkommen. Damit verbliebe ein Eigenanteil von 1,284 Millionen Euro bei der Stadt. Die Stadt ist nur an den Kosten für die beiden großen Knotenpunkte beteiligt, heißt es in den Unterlagen.

Altlasten An den Kosten für die Entsorgung der Altlasten auf dem Gelände des Röntgen-Stadions wird sich die Stadt mit 250 000 Euro beteiligen. Die Wert-Gutachten gehen von einem unbelasteten Grundstück aus, heißt es. Diese Zahlung ist im Kaufvertrag geregelt. "Es ist unklar, in welchem Maß der Käufer bei der Bebauung der Grundstücke Altlasten entsorgen muss", heißt es im Vertrag. Dass mit Altlasten zu rechnen ist, weiß die Stadt aus früheren Untersuchungen auf dem Gelände.

Ausstiegsklausel Tritt im Umkreis von 70 Kilometern von Lennep ein Bebauungsplan in Kraft für ein Projekt mit mindestens 10 000 Quadratmetern Verkaufsfläche oder wird eine Baugenehmigung für ein solches Vorhaben erteilt, kann der Investor aus dem Projekt aussteigen. Das kann er auch, wenn sich die Kosten für die Erschließung und "Baulandreifmachung" der Grundstücke in Lennep auf mehr als neun Millionen belaufen.

(RP)