Remscheid: Dirostahl wächst trotz Krise

Remscheid: Dirostahl wächst trotz Krise

40 Millionen Euro investiert die Remscheider Freiformschmiede in Erweiterungsbauten und Maschinen. Arbeitsabläufe werden gestrafft. Auf diese Weise macht sich das Unternehmen für den erwarteten Aufschwung fit.

Das Dirostahl-Werksgelände an der Luckhauser Straße hat sich in jüngster Zeit deutlich verändert. Nach dem Neubau des Hochregallagers gehen nun die Bauarbeiten für die neue Dreherei zügig auf ihr Ende zu. Und auch für den hochmodernen Drehteller-Ofen im Ringwalzwerk musste Platz geschaffen werden.

Rund 40 Millionen Euro investierte das Unternehmen in den vergangenen drei Jahren und sieht sich damit für das erwartete Anspringen der Konjunktur gut gewappnet. Hat es also im Stahl-, Walz- und Hammerwerk Dirostahl die Wirtschaftskrise nicht gegeben? "Oh doch. Und sie hat uns mit voller Härte getroffen", sagt Junior-Chef Dr. Roman Diederichs ohne Umschweife. In den Jahren 2007 und auch noch in den ersten Monaten von 2008 habe man die Flut an Aufträgen nur mit größter Kraftanstrengung bewältigen können. Dann kam jedoch eine krasse Wende: "Es war, als wenn man mit dem Rennwagen in voller Fahrt vor die Wand fährt", beschreibt der promovierte Ingenieur den plötzlichen Auftragseinbruch.

Lieferzeit wird verkürzt

Doch hat sich der Lüttringhauser Traditionsbetrieb – um mal bei dem Vergleich zu bleiben – auf die Qualitäten eines Formel 1-Piloten und seines Teams besonnen. Der "Dirostahl-Bolide" wurde technisch auf den neuesten Stand gebracht, Fahrzeugteile ausgetauscht, um in der neuen Saison wie bisher Spitzenergebnisse einzufahren. "Wir haben die Zeit genutzt, um Ersatzinvestitionen vorzunehmen, uns für Kapazitätserweiterungen zu rüsten und Produktionsprozesse zu optimieren. Und wenn notwendig, haben wir Maschinen auch generalüberholt", erklärt Betriebsleiter Heinz Magerl. Damit könne man langfristig zur Lieferzeitverkürzung beitragen.

Durch die neue Dreherei, die auf einer 4200 Quadratmeter großen Fläche entstanden ist, werden die Wege zwischen den einzelnen Fertigungsschritten wesentlich kürzer. Das spart Zeit und Geld. Denn zuvor mussten nicht nur kleinere, sondern auch die großen, tonnenschweren Werkstücke weite Strecken über das Betriebsgelände zurücklegen. Durch die Anschaffung des neuen Ofens, der immerhin einen Durchmesser von zwölf Metern hat, hat man zudem in die neueste und damit effiziente Brennertechnologie investiert. Zwischen 50 und 60 Prozent Energie können damit eingespart werden.

So sieht sich Dirostahl für die nächste Zeit gut aufgestellt. Auf die Aufträge eines Kundenstamms von etwa 1000 Betrieben – darunter kleinere Firmen, aber auch die Großindustrie – kann das Werk hoffen. Zudem wird auf die bewährte Mannschaft sowie auf junge, motivierte Kräfte gebaut, die die Ausbildung im eigenen Haus durchlaufen haben und jetzt übernommen werden. "Wir glauben an die Zukunft – das ist die Botschaft unseres Investitionsprogramms", meint Dr. Diederichs mit großer Zuversicht.

(RP)