Bergische Symphoniker in Remscheid: Dirigenten-Suche beginnt von vorne

Bergische Symphoniker in Remscheid : Dirigenten-Suche beginnt von vorne

Orchester-Aufsichtsrat beschließt erneute Ausschreibung mit kurzer Frist.

Nach der kurzfristigen Absage des Wunschkandidaten Mihhail Gerts für die Nachfolge von Generalmusikdirektor Peter Kuhn starten die Bergischen Symphoniker unmittelbar eine neue Ausschreibung der Stelle. Das alte Verfahren wird aufgehoben. Das beschloss am Montagabend einstimmig der Aufsichtsrat des Orchesters. Die Vorgaben für den neuen GMD bleiben unverändert, das Verfahren wird gegenüber der ersten Runde aber verkürzt. Nur vier Wochen lang ist die Bewerbungsfrist. Schon nach den Sommerferien werden Zeiträume für Probedirigate geschaffen.

Remscheids Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz, der dem Aufsichtsrat vorsitzt, zeigte sich gestern überzeugt, dass es erneut gelingen werde, einen hochklassigen Kandidaten zu finden. Das Verfahren werde durch die ebenso unerwartete wie kurzfristige Absage des Wunschkandidaten keine Qualität einbüßen. Der Markt der Bewerber ändere sich ständig, so der OB. Aus mehr als 70 Bewerbungen hatte die Findungskommission drei Kandidaten ausgewählt, die sich mit Gastdirigaten auch dem Publikum in den beiden Städten vorstellten.

Der Kulturausschussvorsitzende Karl-Heinz Humpert (CDU), der auch Mitglied des Orchesteraufsichtsrates ist, schlug gestern im BM-Gespräch eine Erweiterung des Kreises der engeren Kandidaten vor. "Vielleicht sollten wir vier oder fünf in die engere Auswahl nehmen."

Dass die beiden das Orchester tragenden Städte sich frühzeitig auf die Suche nach einer Nachfolge für GMD Peter Kuhn gemacht haben, zahle sich jetzt aus. "Wir haben noch einen Puffer", sagte Humpert. Gleichwohl müsse man am Ball bleiben. Der zuletzt stärker gewordene Rückhalt in der Politik für die Symphoniker habe sich gut auf die Stimmung im Orchester ausgewirkt. Diesen Geist wolle man bewahren.

Ziel bleibt es daher unverändert, dass zur Spielzeit 2019/20 ein neuer GMD das Orchester führt. Sollte der oder die Nachfolger /(in) aber erst mitten in der Spielzeit ins Bergische wechseln können, gibt es Überlegungen, zum Start der Saison mit Gastdirigenten zu arbeiten.

"Das Orchester profitiert von der Arbeit mit Gastdirigenten" sagte Humpert, der sich persönlich auch den Kandidaten Markus Huber als neuen GMD hätte vorstellen können. Das am Ende klare Votum des Orchesters für Gerts habe dessen Berufung aber unmöglich gemacht.

Von Gerts' kurzfristiger Absage zeigte sich Humpert enttäuscht. "Das ist für mich ein Zeichen charakterlicher Schwäche." Großen Respekt zollte Humpert hingegen dem amtierenden GMD Peter Kuhn, der sich am Montagabend bereiterklärte, die künstlerische Gestaltung der Spielzeit 2019/2020 zu übernehmen. Dies zeige einmal mehr, dass Kuhn die Bergischen Symphoniker am Herzen liegen.

(hr)