Otto Mähler " Die Volkshochschule bleibt, wo sie ist"

Remscheid · Der Bezirksbürgermeister will, dass die Planungen für die Innenstadt in diesem Jahr konkreter werden.

 Bezirksbürgermeister Otto Mähler im Redaktionsgespräch.

Bezirksbürgermeister Otto Mähler im Redaktionsgespräch.

Foto: Moll (Archiv)

Herr Mähler, es gab im vergangenen Jahr viele Veranstaltungen zur Revitalisierung der Innenstadt. Hat Remscheid bei dem Thema einen Schritt nach vorne gemacht?

Mähler Insgesamt haben wir mit dem Wettbewerb für den Ebert-Platz und den Veranstaltungen um die Revitalisierung der Innenstadt 2017 einen ersten Schritt gemacht. Aber eben auch nicht mehr. Wir müssen in diesem Jahr die Tür aufmachen, wir müssen jetzt liefern. Es muss konkret werden.

Wie steht es um die Immobilie von Sinn-Leffers? 2017 waren sie bei unserem Interview optimistisch, dass sich dort was tut.

Mähler Dass wir bei Sinn & Leffers 2017 nicht zu Potte gekommen sind, läuft mir immer noch nach. Ich war sehr optimistisch, weil ich Zusagen hatte von Leuten, die dort einsteigen wollten. Dann aber haben Vertreter von Sinn & Leffers das Thema an sich gezogen, wollten selber was machen, dann sind andere Interessenten abgesprungen. Ich hatte damals auch gute Signale von den Eigentümern. Ich habe da Erwartungen geweckt, die sich nicht erfüllt haben.

Zurück zur Revitalisierung. Was könnte denn ein erster Schritt sein?

Mähler In diesem Jahr soll mit dem Umbau der Zuwegungen zur Alleestraße begonnen werden. Das sind etwa die Engelspassage oder die Mandtstraße. Da werden wir also bis zum Ende des Jahres erste Veränderungen sehen. Beim Ebert-Platz ist die Stadt gerade in Verhandlungen mit den drei Wettbewerbsgewinnern. Die Stadt hat mir auf Nachfrage gesagt, dass die Anregungen der Bürger dabei zum Teil einfließen sollen.

Was ist Ihnen noch wichtig bei diesem Thema?

Mähler Die Querung im Bereich Fastenrathstraße / Alleestraße an der Tiefgarage am Rathaus muss umgeplant und vor allem für Fußgänger sicherer werden. Baudezernent Peter Heinze will das Thema erst in zwei Jahren anpacken. Ich finde, die Situation kann so nicht bleiben, da müssen wir früher dran. Wo ich Probleme mit habe, ist, dass bei diesen Diskussionen immer wieder Personalmangel vorgeschoben wird. Die Verwaltung sollte überlegen, ob sie sich externe Hilfe dazu holt, wenn sie das Programm nicht aus eigenen Kräfte abgearbeitet bekommt. So könnten wir in der Zeitschiene bleiben.

Der Stadtentwicklungs-Experte Edgar Neufeld hat für die ISG ein interessantes Konzept zur Belebung der Alleestraße geschrieben. Was sagen Sie dazu?

Mähler Es stehen gute Ideen in dem Papier. Ich bin allerdings noch unentschieden, ob wir die Pavillons abreißen sollten. Die Gewag als Besitzer kennt allerdings die Probleme der unteren Alleestraße genau, sie hat dort auch eine Immobilie. Ich werde mich bei Lothar Sill (er ist Vorsitzenden des Gewag-Aufsichtsratesichtrates) erkundigen, ob das Thema dort schon angekommen ist.

Wie geht es jetzt mit dem Konzept weiter?

Mähler Wir als Politik können der Stadt nur Anstöße geben, sie ist in der Verantwortung. Die Stadt ist federführend, muss die Dinge aufgreifen und dann der Politik über die Umsetzung berichten.

Wäre es nicht sinnvoll, Herrn Neufeld mal in die Bezirksvertretung Alt-Remscheid einzuladen, damit er sein Konzept dort vorstellt?

Mähler Das wäre auf jeden Fall eine gute Idee. Ich habe das auf der Agenda.

Ein Kritikpunkt von Herr Neufeld ist die Brunnenbaustelle mitten auf der Allee. Wie geht es jetzt weiter da?

Mähler Ich kann es momentan nicht sagen. Ich denke aus eigenen Mitteln werden wird es nicht hinbekommen. Man könnte sich überlegen, ob wir Gelder aus dem Revitalisierungsfonds umschichten. Wir reden hier immerhin über den Mittelpunkt der Stadt, den Treffpunkt für viele Menschen. Es wäre gut, wenn wird das bis zum Sommer wieder schön hergerichtet haben.

Beim Thema Ebert-Platz-Umgestaltung gibt es eine rege Diskussion. Viele Bürger melden sich zu Wort. Was halten sie von der Idee der CDU, zwar wie geplant eine Ampel über die Elberfelder Straße zu bauen, den Tunnel aber offen zu lassen?

Mähler Wir müssen alle Alternativen prüfen, offen sein. Ich bin da nicht so dogmatisch wie andere in meiner Partei. Ich würde gerne die Pläne der Stadt für die gesamte Verkehrsführung einem Verkehrs-Experten der Uni Wuppertal vorlegen, damit er diese bewertet. Mir fehlt hier ein bisschen die Kreativität der Verwaltung. Die sagt schnell, was ihr vorschlagt, geht nicht.

Mit Blick auf den neuen Ebert-Platz - welche Nutzung wünschen sie sich für die Böker-Villa?

Mähler Ich persönlich würde mir eine Gastronomie wünschen, möglicherweise mit einem Hotel. Ich verspreche mir davon, dass man so auch das Außengelände in den Griff bekommt. Das wäre ideal.

Klappt es in diesem Jahr mit der Kinoeröffnung?

Mähler Davon gehe ich aus. Vor der Eröffnung müssen wir eine klare Linie haben, wie wir mit dem Parkhaus am Bahnhof umgehen. Wir können es uns nicht erlauben, Besucher nach Remscheid zu locken, die dann in ein verdrecktes Parkhaus kommen und sich ekeln. Die kommen einmal und dann nie wieder.

Schaffen wir das denn noch rechtzeitig bis zur Eröffnung?

Mähler Wenn das rechtzeitig angepackt wird, schaffen wir das. Das Kino ist ein Aushängeschild für Remscheid. Die Verwaltung muss jetzt Druck machen. Das kann doch nicht so schwer sein, irgendwoher einen Wasseranschluss zu bekommen. um das Parkhaus sauber zu machen. Entscheidend bei allen Verschönerungen und Renovierungen ist natürlich, dass das Parkhaus danach überwacht wird.

Die SPD möchte, dass der Rathausplatz mit Pollern gesichert wird, damit er nicht mehr von jedem befahren werden kann. Wie ist da der Stand der Dinge?

Mähler Herr Beckmann (Leiter des Ordnungsamtes) schiebt das vor sich her. Er sagt, die Kosten dafür seien nicht ermittelt. Wenn man mir den Auftrag geben würde, hätte ich die Infos in zwei Tagen. Es geht hier um Sicherheit. Der Platz wird sehr oft von Autofahrern befahren, die hier deutlich schneller als mit Schrittgeschwindigkeit unterwegs sind. Ich warte nur auf den Tag, an dem hier etwas passiert. Mich ärgert, dass solche Themen weggeschoben werden.

Die VHS soll möglicherweise raus aus dem Ämterhaus. Sind Sie dafür?

Mähler Das war noch kein Thema in der Fraktion, ich habe offiziell keinen Informationen, sondern weiß nur das, was in der Zeitung stand. Meine Meinung dazu ist klar. Die VHS bleibt, wo sie ist. Es gibt keinen besseren Platz. Viele ältere Menschen nutzen die VHS, sie hat im Ämterhaus ihren idealen Standort.

HENNING RÖSER FÜHRTE DAS GESPRÄCH

(RP)